Ich hab mal eine Frage zur täglichen Arztbriefschreibung. In einer Facharzt-Praxis mit einem täglichen Patientendurchlauf zwischen 60-90 Patienten sind am Ende des Tages aufgrund von Überweisungen meist 30-40 Arztbriefe zu schreiben. Wer diese nicht einfach aus den Karteieinträgen erstellt (da oft zu kurz und mit vielen Abkürzungen gespickt) muss sie ja irgendwie für die überweisenden Kollegen "ins Reine" schreiben ehe sie rausgehen.

Bei uns führt das dazu, dass ich am Ende der Sprechstunde meist eine Armada an Nachrichten/Aufgaben-Fenstern auf meinem Arbeitsplatz habe mit der patientenbezogenen Erinnerung: "Brief an HA".

Gibt es eine Möglichkeit die Erinnerung an die Briefschreibung nicht durch Nachrichten/Aufgaben zu realisieren sondern eher durch soetwas wie eine Vidierliste aus der ich sofort sehen kann: aha, du musst noch 28 Briefe schreiben anstatt dafür 28 Popup-Fenster zu haben?

Wie lösen Andere das?
Gefragt von (400 Punkte)
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Zusätzlich zu den Patientenlisten nutze ich die Ampel an den Briefen selbst. Dazu zwei One-click-Statistiken, die eine Liste aller "roten" und aller "gelben" Briefe erstellt (Verwaltung - Statistiken - Allg. Abfragen - Arztbriefe, dann die erste Option Druckstatus entsprechend einestellen). Um den Zugriff auf die "roten" Briefe zu beschränken, kann unter Einstellungen - Praxis - Brie/Fax/Tel. "Strenges Druck-Freigeben durch den Arzt" angehakt werden.
Super - so simpel kann das Leben sein - ich habe es immer viel umständlicher gemacht - danke für den Tip!!!

Herzliche Grüße, Christian Schröter
Das habe ich auch schon vor langer Zeit bemerkt, bin aber nie auf die Idee gekommen das auch über eine Statistik zu nutzen. Erscheint auch praktikabel, solange KEIN Brief rausgehen kann, der nicht vom Arzt freigegeben wurde. Hat den Charme, dass man die ganzen Briefe von den MitarbeiterInnen vorerstellen lassen kann und nur noch abnickt.

3 Antworten

Ich nutze dafür besuchsabhängige Felder (nutzerspezifisch), dann habe ich mir eine Statistik zum Suchen der "nicht abgehakten" Felder auf die Leiste gelegt. Somit habe ich durch einen Klick jederzeit die noch zu schreibenden Briefe. Man kann dann schon während der Sprechstunde in der Besuchsliste einfach die Patienten "abhaken", die schon geschrieben sind oder keinen Brief brauchen.
Beantwortet von (930 Punkte)
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Das werde ich ausprobieren. Vielleicht lässt sich das mit den u.g. Panels auch sinnvoll kombinieren...

Wir machen das über "Menü-> Panel -> Patientenlisten". Mit einer Aktionskette kann man den Patienten schnell in die richtige Liste (z. B. "Rückruf, Brief schreiben ...") bringen. Ansonsten habe ich mir viele Briefvorlagen gebaut.

Gruß vom Urologen!

Beantwortet von (3.4k Punkte)
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Wow! Danke dafür, genau sowas habe ich gesucht und nie gefunden ;) das sollte ideal funktionieren. Grüße vom Orthopäden zurück ^^
Bei mir erhält jeder Patient seinen Brief beim Verlassen des Sprechzimmers und das sind bis zu 40 ausführliche Briefe und Empfehlungen am Tag.

So etwas geht nur, wenn mit der Befunderhebung sofort dokumentiert wird. Sämtliche technischen und klinischen Befunde werden bei mir in CustomKarteieinträgen erfasst, das geht schneller als Einträge durch Textbausteine oder etwa diktieren. Bereits während der laufenden Untersuchungen können Zahlenwerte etc. Übernommen und sogleich analysiert werden, das geschieht bei mir durch die MFA. Im zweiten Abschnitt erzeuge ich Beurteilung und Stellungnahme sowie Planung des weiteren Vorgehens ebenfalls mit Hilfe eines CustomKarteieintrags, bzw. macht das die Helferin während meines Gesprächs mit dem Patienten.

Weil alle diese Einträge standardisiert sind, werden Abrechungen, alle Verordnungen, Überweisungen etc. mit Hilfe von Aktionsketten aufgerufen und sämtliche Formulare lassen sich bereits vorbefüllen, und müssen nur noch ausgedruckt und unterschrieben werden.

Behandlungen und Operationen werden ebenfalls so erfasst und benötigen nur noch wenige Sekunden für Dokumentation und Abrechnung.

Sobald ein Arztbrief benötigt wird, werden die Einträge aus den CustomKarteieinträgen in editierbare Einträge übertragen. Dadurch dass man Bedingungen vorgeben kann, können sämtliche wichtigen Empfehlungen und Informationen für die Patienten ausgeworfen und sofort mitgegeben werden.

Ich lasse mir damit auch wichtige Informationen anzeigen, beispielsweise bei Überweisung zum MRT wird berücksichtigt wenn der Patient Schrittmacherträger ist usw., auch wenn wichtige Medikamente fehlen oder die Antikoagulation zu modifizieren ist, können diese Informationen automatisch verarbeitet werden.

Aber ich gebe zu, es macht erst einmal sehr viel Arbeit. Den Zeitaufwand gewinnt man aber im täglichen Geschäft schnell zurück. Sollte tatsächlich mal ein Brief im Nachhinein erstellt werden müssen, nutze ich das Panel. Die Idee mit der One Click Statistik ist Klasse und werde ich demnächst ausprobieren.
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Bearbeitet von
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Sofortige Dokumentation ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Sprechstunde. Am Ende des Tages könnte ich mir das nie mehr alles zusammenreimen. Allerdings ist es schwierig die teils komplexen und in unserem Fach wenig standardisierten Befunde auch richtig auszuformulieren. Dem werden z.B. Textbausteine nicht gerecht und darum MUSS ich nach dem Feststellen einer OP-Indikation immer auch hinterher begründen was ich warum und wie machen möchte. Deshalb würde es in unserer Praxis leider auch nie funktionieren, die Karteieinträge bereits druckfähig zu hinterlegen... :( aber wenn man das kann (was glaube ich insbesondere bei sehr viel apparativer Diagnostik und Scores gut geht!) ist das natürlich das Non-plus-ultra.
Ich war bevor ich mich als Gefäßchirurg selbstständig gemacht habe auch unfallchirurgisch tätig und hatte als Klinikarzt auch eine D Arzt Zulassung.

Indem Sie wahrscheinlich sehr viel Gelenkchirurgie betreiben und zudem in vielen Bereichen ebenso konservativ ausgerichtet sind. Müssen Sie mit Sicherheit sehr viel Arbeit verwenden um das alles standardisiert abzubilden. Aber ich versichere es Ihnen, es funktioniert. Allerdings benötigt man enorm viel Zeit und Hirnschmalz dafür. Man kann sogar innerhalb der CustomKarteieinträge so arbeiten, dass man durch bestimmte Einträge weitere Aktionen anstößt und damit beispielsweise bei bestimmten Befunden Klassifikationen aufruft.

Ich habe einen Karteieintrag (BZUS) mit dem ich meine sämtlichen Beurteilungen abfassen kann ins Tauschcenter gestellt. Wenn der richtig befüllt wird, werden sämtliche Formulare geöffnet ohne dass ich noch irgendetwas machen muss. Damit werden auch sämtliche Einträge automatisch in Verordnungen und Überweisungen übernommen und die Patienten erhalten bei bestimmten Konstellationen auch noch persönliche Informationen an die Hand.

Mittlerweile habe ich meinen gesamten Sprechstundenablauf so organisiert, der hohe Aufwand monatelanger Puzzlearbeit hat sich gelohnt. Man benötigt ohne entsprechende Anleitung und entscheidende Tipps  jedoch auch eine entsprechende Lernkurve. Damit bei der Vielzahl von Aktionsketten den Überblick zu behalten benötigt man vor allem eine klare Gliederung, die man am Anfang nicht hat. Ich benötige insgesamt übrigens nur nur 4 sehr übersichtliche Textbausteine und benutze gelegentlich die Diktierfunktion von Apple aber nur bei umgangssprachlichenTexten.
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