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Schade, dass es keine Umfrage im Zollsoftforum gibt. Wir überlegen 1% Abzug anstatt der Telematik zu nehmen. Wahrscheinlich verschlingt die Wartung der TI den selben Betrag den die 1% ausmachen.

Wie sehen die Meinungen aus? Was sagen diejenigen die die TI schon haben. Gibt es Praxen die sagen, hätten wir es doch lieber gelassen und die 1% genommen?
Gefragt von (34.5k Punkte) | 1 Aufruf
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Würde mich auch brennend interessieren, dazu gibts bisher keine Tomedianer-Kommentare...

Werde diesen ganzen Rummel kurz vorm Ende meines Berufslebens nicht mehr mitmachen....

vgl https://forum.tomedo.de/index.php/20615/erfahrungen-mit-tomedo-und-telematikinfrastruktur

Gruß aus dem wilden Süden

Ich werde die 1% nehmen, das ist eine feste Größe. Die Erstausstattung wird bezahlt; Erweiterungen, Defekt, etc. sind über kurz oder lang meine Sache.

Der Stammdatenabgleich ist eine Krankenkassenaufgabe und sollte es auch bleiben. 2021 wird dann die ePatientenakte bei den Krankenkassen entstehen, eher weniger eine Krankenkassenaufgabe. Die eAU wird dabei ein sehr wirksames Druckmittel werden. - Die Krankenkasse kann die eAU ausstellen, dann gleich mit dem Muster 52, Fortbestehen der AU, auch wird die Kommunikation mit dem MDK deutlich vereinfacht, alles aus einer Hand, das reduziert erheblich unseren Verwaltungsaufwand. Ob der Patient das so möchte, werden wir sehen. Wer seinen Schwerpunkt auf Rentner legt, hat noch einige Zeit Ruhe (Sarkasmus Ende) -

Die KV hat bei vielen von uns das Monopol, das ist einige Gedanken wert.

Der wichtigste Punkt ist mir jedoch die störungsfreie Arbeit. Bei meinem vorherigen System waren 4 Wochenenden im Jahr sicher in der Praxis mit updates etc., das nicht mehr zu haben ist mir weitaus mehr Wert als 1%.

Bin ich vollkommen blauäugig oder könnte die TI auch etwas Gutes bringen?

Ich versuche ja ständig, Arbeitsabläufe in der Praxis zu optimieren um die oftmals saure Arbeit etwas süßer zu machen. Ein riesiger Killer in Sachen Stringenz ist die Organisation von Vorbefunden und Vormedikation (Hier geht es ja oft ans Rätsel-Raten, was die kleine weiße Pille sein kann, nachtem man die gelbe ovale am Abend als Statin identifiziert hat und Unkalrheit herrscht darüber, ob das letzte "Blutbild" wirlich nur ein Blutbild war). Der QR-Code des BMP ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, er scheitert aber oft am Drucker des Erstellenden, wurde zur Platzersparnis abgeschnitten oder der Ganze Zettel wurde so klein gefaltet, dass er bequem seit 3 Monaten im Kleingeld-Fach der Portemonaie Platz findet.

Ein weiterer Dauerbrenner ist auch das Versenden von Briefen, wobei es dafür ganz gute Optionen gibt, für die man aber eben auch angeschlossene Adressaten braucht.

Ich verstehe die TI so, dass sie das leisten soll (KBV: "Die Telematikinfrastruktur (TI) soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen wie Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheken, Krankenkassen miteinander vernetzen. Die Online-Kommunikation der einzelnen Akteure - wie elektronische Arztbriefe oder Telekonsile - soll nur noch über die TI laufen. Ein wesentliches Ziel ist es, dass medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, schneller und einfacher verfügbar sind. Oberste Priorität hat dabei die Datensicherheit.")

Hinter dieses Ziel kann ich einen Haken machen. Ich teile aus verschiednenen Gründen aber die Skepsis im Hinblick auf den Weg dorthin, unter anderem auch wegen solcher Artikel:

https://www.aend.de/article/194962

Aber: (abgedroschene Phrasen sind ja deshalb abgedroschen, weil sie oft gut passen) Auch ein Marathon beginnt mit einem ersten Schritt.

Deswegen fände ich ein konzertiertes "Stecker-Ziehen", wenn sich für die Ärzteschaft kein spürbarer Mehrwert durch die TI ergibt, besser, als einen apriori-Boykott.

6 Antworten

Unabhängig von den Kosten - aus meiner Sicht ist jeder, der sich diesem Zwang unterwirft, ein Lakai. Entweder wir sind freie Unternehmer mit unternehmerischem Risiko und Verantwortung, oder aber Staatsdiener. Wenn der Staat uns jeden einzelnen Handlungsschritt vorschreiben will, dann soll er uns gefälligst auch als Beamte beschäftigen und versorgen. Wenn er das nicht will, dann soll er sich aus unseren Praxen auch raushalten!

Natürlich hat jeder Unternehmer-Arzt auch das Recht, vor den Bürokraten zu kriechen. Muss man aber nicht.
Beantwortet von (2.3k Punkte)
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Sie werden die Daumenschrauben weiter anziehen. 1% werden nicht das letzte Wort sein. Was ist mit E-Rezept und E-AU und was da noch kommen soll?
Naja Herr Hoffmann, das haben wir aber schon mit dem Erwerb der Kassenzulassung geschafft da braucht man keinen Staat dazu. Eine Kassenzulassung ist ja auch die Voraussetzung für den Spass.  

Mir geht es rein um das Finanzielle versus den Unannehmlichkeiten der Telematik. Mich würden Stimmen der Praxen interessieren, die die Telematik haben. Nicht so schlimm, ganz ganz toll oder nervt brutal? Ich kenne bisher nur das Hochladen der Kassenabrechnung mit Nummernstick, VPN und zweimaliger Passworteingabe und wenn ich vergleichbares jeden Tag habe dann nehme ich die 1%.
Beantwortet von (34.5k Punkte)
Bearbeitet von
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...das haben wir aber schon mit dem Erwerb der Kassenzulassung geschafft...

Ja, so langsam sehe ich ja ein, dass das nicht meine beste Idee war... Ein Ausstieg aus dem System wird aber nur etwas bewegen, wenn dieser von einer Mehrheit vollzogen wird. 

Und eben darum „werbe“ ich dafür, bei der TI standhaft zu bleiben und nur Dinge in der Praxis zu installieren, die für unsere Patienten, unsere Mitarbeiter und uns selbst Vorteile bringen. Die TI dient anderen Interessen, auf unsere Kosten. 

Also, ich bin bei Ihnen.

Alles was ich bis jetzt - auch in diesem Forum - über die Telematik gehört habe, lässt mich die 1% vorziehen. Eine Technik, die wahrscheinlich täglich Ärger macht, nicht zu haben, ist das locker wert.

Dazu kommt ja, das die einzig ernst zu nehmende Anwendung derzeit die ist, den Kassen die Datenpflege für lau zu machen...
Beantwortet von (830 Punkte)
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Ich zahle gerne 1% für das bisschen Rest meiner Freiheit. Vor einigen Tagen hatten wir Ausfall von Internet und Telefon in unserem Dorf. Die bereits an die TI angeschlossene Zahnarztpraxis nebenan konnte den ganzen Tag keine einzige Karte einlesen. Auch wurde berichtet sie müssten seitdem die TI installiert ist täglich mehrfach den Suport bemühen, da oft was nicht funktioniert. Ich habe keine TI und konnte wunderbar normal arbeiten. Und das wird erstmal so bleiben!
Beantwortet von (2.3k Punkte)
0 Punkte
Liebe Kollegen,

schauen Sie sich bitte den folgenden Link an, vielleicht hilft er bei der Entscheidung, für eine Unterschrift wäre ich dankbar!

http://chng.it/BhXLnRZKKJ

 

Der Link verweist auf eine Petition auf chang.org.
Na ich bin gespannt wie lange das auf 1% bleibt, unsere "Freunde" finden sicher noch die richtige Schmerzgrenze. Ist denn jemand bekannt ob klagen gegen die TI laufen?
Beantwortet von (34.5k Punkte)
0 Punkte
Gut das ist jetzt eine Musterklage für Praxen die die Kosten nicht vollständig erstattet bekommen haben. Hat nichts mit Verweigerern zu tun.  Gibt es Klagen gegen die TI Struktur an sich?
Wir sind weder freie Unternehmer noch sind wir Beamte. Unsere Standesvertetungen, die KVen sind - wie jeder weiss  - Körperschaft öffentlichen Rechtes und somit Arbeitnehmervertetung und de facto Arbeitgeberorganisation in einer Person durch die Zwänge politische Entscheidungen umzusetzen. Wer nach vielen Jahren selbstständiger Tätigkeit noch glaubt, letzteres würde NICHT im Vordergrund stehen irrt. Daher ist es nicht anzunehmen, dass es bei der geringen Restriktion bleiben wird. Solange  Niemand wirklich diese, im übrigen durch die Nationalsozialisten im Dezember 31 eingerichtete Dualität angreifen will oder gar dies aufheben möchte, wird sich nichts ändern. Wir sind Lemminge eines Systems, dass davon lebt, dass wir alle brav weiter mitmachen und uns geht es zu gut als dass wir offensichtlich in einer Mehrheit irgend etwas ändern wollen. Die Vergangenheit hat doch wiederholt gezeigt, dass außer großem Reden schwingen seitens der diversen Verbandsvertreter und aufgeblasenem Staub von in die Administrative übernommenen ehemaligen "Gewerkschaftsvertretern"  nichts fundamentales geändert wurde. Im Gegenteil s. jüngst Terminservicestellen u. a.. Die Konsequenz lautet also wie immer mitmachen oder solange belangt werden bis man mitmacht und 1% ist nicht das letzte Wort. Die einzige Lösung wäre Rücknahme der Notverordnung vom 8.12.31, Auflösung der Körperschaft öffentlichen Rechtes und Herstellen einer echten Standesvertretung aus den Trümmern. Aber wer will das schon ;-))
Denke auch nicht , dass es 1% bleibt. Das ist erst die schwachste Einstellung der Daumenschraube. Zumindest kann man aber noch Verbesserungen am System abwarten. Mir fallen schlimmere Worte ein als Lemminge.
Ich kauf mir den Kram nicht und akzeptiere gerne die 1%. Ich sehe das so: 1% von wenig = noch weniger. Und für die Vermeidung möglicher Probleme und der damit verbundene Zeitaufwand (v.a. meine Nerven) zahle ich gerne 1%. Im Übrigen: Bei IGe-Leistungen über EC-Kartenzahlung geht mehr verloren.
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