Welches Zweitinternet benutzen die Kollegen für den Internetausfall erfolgreich? Bei Vodafone Kabel sind wir aktuell sehr häufig abgeschnitten und dann telefonisch nur auf der Notfallnummer erreichbar.
Gefragt von (50.1k Punkte)
0 Punkte

2 Antworten

Ich bin deswegen zur Telekom gewechselt und nutze nun den Kabelanschluss für Gäste-WLan, Internet der Dinge, Apple-TV im Wartezimmer und für den Fall eines Falles als backup. Bislang brauchte ich es innerhalb der letzten 9 Monate aber nicht.

Mir kam es übrigens so vor als bräche die Tomedo Server-Client Verbindung zusammen, wenn das Kabelnetz spinnt. Sollte eigentlich nicht passieren, da zwischen Kabel-Modem und LAN ein Lancom-Router steckt. Kann es trotzdem?
Beantwortet von (3.1k Punkte)
0 Punkte
Welchen Vertrag haben sie bei der Telekom? Eine günstige Funklösung wäre auch nicht schlecht die man nur zahlt wenn genutzt ohne Grundkosten, wenn es sowas denn gibt.
Ich habe MagentaZuhause L. Da wird dann auch der Mobifunk günstiger. Für mich erwies sich im Mobilfunk ein Festvertrag bislang als weitaus günstiger als ein Vertrag ohne Grundgebühr, der dann immer erheblich mit SpeedOn Tickets zu Buche schlug.
Hallo Herr Dr. Balogh,

das mit den zwei Internetanschlüssen, damit die Telefonie erhalten bleibt, ist so eine Sache.
VoIP funktioniert bei SIP und SIP-Trunkanschlüssen auf den ersten Blick wie Email, ich melde mich an einem Konto an und dann werden Daten übermittelt. Bei der Telekom ist das aber auf jeden Fall für VoIP so nicht möglich, da der VoIP Anschluss mit an das Internetkonto gekoppelt ist, welches dann wieder einen Ortsbezug hat. Auf dem direkten Wege gilt also, ist kein Telekom Internet an dem Anschluss aktiv (online), dann ist auch kein VoIP möglich. Gleiches gilt für Vodafone und O2.

Das liegt daran, dass die Telekom keine nomadische Nutzung des Anschlusses zulässt. Sprich, es ist nicht möglich an meinem Internetanschluss in Hamburg Ihre Telefondaten aus der Praxis in München einzugeben und dann geht das mit dem Telefon. Einer der Gründe hierfür liegt auch in der Rufnummernübermittlung, Sie können die zwar unterdrücken, aber dennoch wird sie mit protokolliert, was im Falle der Strafverfolgung oder bei Stalking schon sehr hilfreich ist.

Dienstleister wie 1und1 / ionos oder HFO Telekom legen sich mit Ihren Diensten auf die Infrstruktur der Telekom, nutzen aber eigene VoIP- und Kommunikationsserver. Hier kann man die nomadische Nutzung einstellen lassen bzw. sie ist im System mit verankert.

Bei einer Starface Telefonanlage gibt es den Kunstgriff über den Dienst Starface Connect, was technisch so funktioniert:
Ist der Telekomanschluss besetzt oder offline, so ist in dem Telefonkonkonto der Telekom eine Rufumleitung auf den VoIP Dienst Starface Connect gesetzt. Die Praxis ist über den 2. Internetanschluss online, also funktioniert dieser Dienst. Da man hier mehrere virtuelle Sprachkanäle / Leitungen anlegen kann, werden die Anrufer auf diesem Wege mit der Praxis verbunden. Ebenso könnte man auf diesem Wege die Patienten zurück anrufen, was aber Geld kostet.

Das ganze hat aber immer noch einen dicken Pferdefuß:
Normal kennen alle Rechner und auch die Telefonanlage den Router, also das Gerät, dass dafür sorgt, dass die Daten den Weg in das Internet (und auch wieder zurück in die Praxis) finden. Fällt das Internet aus, so kann das Gerät ja nicht mehr Routen. Haben Sie einen zweiten Internetanschluss, dann haben Sie in der Regel auch ein 2. Gerät, welches aber dem Systemen nicht bekannt ist. Was dann dazu führen würde, dass Sie entweder das 2. Gerät so nennen müssten wie den 1. Hauptrouter oder alle Rechner und die Telefonanlage in der Praxis auf dieses 2. Gerät umbiegen müssten. Beides ist wenig paktikabel.

Es gibt 2 Lösungen:
a) Fallback - am Beispiel eines Lancom Routers - nun steckt in dem Router auf der Rückseite noch ein USB LTE Stick. Ist also das normale Internet weg, was der Router ja merkt, weil er offline ist, so stellt der Router automatisch eine Verbindung per LTE (Handy Sim Karte) her. Damit ist der Anschluss immer Online.
b) Muli WAN - auch hier ein Lancom Beispiel - damit ein Router physikalisch eine Interntverbindung aufbauen kann, braucht er ein Modem (Daten Modulieren - Demodulieren). Die Serie der 19xx Geräte von Lancom haben 2 x ein Modem eingebaut und können somit 2 separate Internetverbindungen aufbauen. Damit wäre Ihre Arztpraxis theoretisch auch immer online.

In der Praxis muss man noch anmerken, dass sich viele Dienstleister die Netzwerkinfrastruktur teilen. Wenn also einer durch das Kabel zwischen Haus und Straße buddelt, dann hilft Multi Wan nichts. Oder wenn 1und1 die Infrastruktur der Telekom nutzt und da etwas defekt ist, dann hilft das auch wenig.

Zu den Kosten der Anschlüsse mag ich hier nichts sagen, das würde zu weit führen. Aber es gilt die Regel, das billigste Produkt und die billigsten Anbieter haben nicht die beste Qualität. Ein Vertrag von Typ DeutschlandLAN Starter bei der Telekom ist für eine Arztpraxis ungeeignet, weil man sich keine feste IP buchen kann.

Einen herzlichen Gruß

Axel Tubbesing
tubbeTEC GmbH - IT-Services für Ärzte
Beantwortet von (4.9k Punkte)
0 Punkte
Danke für die ausführlicher Erklärung Herr Tubbesing. Wir haben aber keine SIP des Anbieter sondern Plusnet. Ich sehe hier keinen Grund warum sich die Starface nicht über egal welche Leitung bei Plusnet anmelden sollte werde die aber mal fragen. Modem ist meinem 1781ew+ vorgeschaltet, braucht keine eigenes, zweiter Anbieter über Kupfer wird auch eines mit bridge mode liefern müssen. Feste IP, wüsste nicht was unbedingt eine feste Ip braucht. Sogar der GRE Tunnel in die Ferienwohnung braucht keine feste.
Lieber Herr Dr. Balogh,

Sie wissen doch, meine Antworten versuchen immer die Fach-Technik auch für die hier mitlesenden Nutzer in einer Form darzustellen, dass eine möglichst breite Leserschaft einen Nutzen aus der Expertise der tubbeTEC GmbH ziehen kann.

Aus Ihrer Antwort ergeben weitere Informationen, die es leichter machen, gute Optionen auszudenken:
a) Mit der EnBW Tochter Plusnet haben Sie für den Anschluss einen Anbieter, der die nomadische Nutzung eines Sip oder Sip-Trunk Kontos zulässt.
b) Sie haben ein externes Modem Ihrem Router vorgeschaltet.

Also ist Ihr Vorschlag sinnvoll, dass man über einen 2. Anbieter, der jetzt nicht die koaxiale Kabeltechnik sondern die VDSL / VDSL+ Kupfertechnik nutzt, bei Bedarf ein anderes Modem vorschaltet. Oder Sie schauen, ob Sie alternativ meinen Vorschlag mit berücksichtigen, einen USB LTE Stick in den Router zu stecken. Beide Vorschläge sind zielführend, der USB Stick hätte nur den Vorteil, dass die Technik selber merkt, ob sie umschalten muss.

Feste IP: Wir betreuen als tubbeTEC GmbH aktuell etwas mehr als 300 Praxen, inzwischen über das ganze Bundesgebiet verteilt. Alle unsere Kunden, egal ob Quincy Win, T2med oder tomedo, nutzen VPN für Homeoffice oder den mobilen Einsatz. Natürlich könnten wir überall auch mit DynDns arbeiten, aber wir schätzen einfache, möglichst immer gleich eingerichtete Systeme. Sie, Herr Dr. Balogh, machen persönlich vieles selber, doch der normale Anwender hat Ihre Kenntnisse nicht.

Einen schönen Sonntag noch und mit herzlichem Gruß

Axel Tubbesing
tubbeTEC GmbH - IT-Services für Ärzte
USB LTE Stick welcher ist da mit Lancom getestet, welchen Anbieter verbauen sie da? Oder egal?

Ihnen auch schönen Sonntag.
Das mit dem LTE-Stick würde mich auch interessieren - einefach einen Stick kaufen, Karte rein und in den Router stecken. Ich habe den Lancom 1900EF. Muss man da Software-Optinen buchen oder ist das mit Bordmitteln möglich? Beim Lancom-Support bin ich nicht fündig geworden. Grüße, JA Wessig
Hallo Herr Dr. Balogh und Herr Dr. Wessig,

wir hatten in den Fällen immer auf O2 gesetzt, weil die Kombi aus Stick, Vertrag und Netzqualität in Hamburg ordentlich war. Da man die Zugangsdaten der Karte im Lancom einrichtet, sollten aber mehr gehen. Gern lasse ich mein Team nochmal bei Lancom nachfragen, dafür sind wir ja Gold-Partner.

Ob er 1900EF diese Funktion noch hat, das weiß ich leider nicht, auch da muss ich mich selber schlau machen. Wir selber haben unsere zwei Anschlüsse getrennt, da wir damit alles an VPN Verbindugen , vernetzten Starface Anlagen und alle Sachen zwischen VDSL und Kabel testen und probieren.

Besten Gruß

Axel Tubbesing
tubbeTEC GmbH - IT-Services für Ärzte
Bei LTE hat man dann aber keine feste IP mehr, oder?
Hallo Herr Stößel,

ja, das ist richtig, denn es ist ja eine reine Notfallverbindung.

Natürlich könnte man auch hierfür mit dem Vertrag eine feste IP bestellen, wenn 4G- oder in der Zukunft 5G-Systeme genutzt werden, die dann das primäre System sind, dann würde ich immer dazu raten, die feste IP mit zu bestellen.

Lg aus Hamburg

Axel Tubbesing
tubbeTEC GmbH - IT-Services für Ärzte
Bei der Telekom ging das mit Geschäfts- und Privatkunden bei mir sehr durcheinander und das letzte Mal als ich fragte, gab es generell bei der Telekom für Privatkunden keine feste IP. Ich habe mir mit DynDNS geholfen, was bislang sehr zuverlässig funktioniert.

Und die Kosten belaufen sich auf die Hälfte (o.k. ist eher ein kleiner Posten von 33 vs. 60€/Jahr).

Und ich konnte so eine dauerhafte VPN-Verbindung von zu Hause in die Praxis etablieren, was nice to have für das außerhäusige Backup von Tomedo und Horos Datenbank ist.
Internet für 33 Euro im Jahr? Darf ich das mal sehen?
Ja, das wäre schön. Nein es geht nur um die Mehrkosten für die feste IP-Adresse / Jahr (das sind bei mir 5€ pro Monat) vs. den Jahreskosten für den DynDNS-Service (das sind bei mir 33€/Jahr).
Ah verstehe :D
8,564 Beiträge
14,151 Antworten
20,733 Kommentare
3,606 Nutzer