Was dokumentiert ist, muss der Kläger widerlegen. Wenn Sie keine Dokumentation haben, sind Sie per se in der Pflicht Dinge zu beweisen, nicht mehr und nicht weniger.
Da bin ich bei Ihnen. Aber wenn Sie verklagt werden, können Sie nicht in die Logfiles schauen, die Arme hochreissen und sagen "die war`s" , die Haftung bleibt dann trotzdem am Inhaber hängen.
Ausserdem sollten wir die um unseren Hals gelegte Schlinge nicht noch selbst weiter zuziehen, dann aus meiner Sicht ist doch jeder log-Eintrag Wasser auf die Mühlen eines potentielles Gegners - ich könnte mir ad hoc kein Szenario vorstellen, wo mir das als Chef zu Vorteil gereicht würde.
Schon jetzt habe ich ein mulmiges Gefühl, wenn ich mal einen älteren Kommentar, der mit der Behandlung nichts zu tun hat aber nicht mehr benötigt wird, entferne. Oder wenn ich Rechtschreibfehler korrigiere - irgendwie fühle ich mich dann vom PVS beobachtet (hat nichts mit tomedo zu tun) . Das ist für mich kein schönes Gefühl und hat auch meine Art zu dokumentieren seit einigen Jahren verändert. Ich finde da müsste ein technisches und gesetzgeberisches System her, daß Behandlunsgdaten von meine persönlichen Kommentaren abtrennt und die ich straffrei im Fall des Falls schwärzen oder zurückhalten kann und darf, aber das schweift sicher etwas vom Thema ab.
Und nicht zuletzt: wieviel Datenmüll soll da entsehen? Hat man dann in 5 oder 10 Jahren 20 Gbyte echte Behandlungsdaten und 250TByte logfiles? Wenn ein System oder Prozess ein vielfaches Mehr an overhead als eigentliche Nutzdaten produziert, läuft aus meiner Sicht was schief ...
Eine Frage noch an die Zollsoftler: der Patient und ich haben (wenn nichts gravierendes dagegen steht) das Recht, dass Behandlungsdaten nach 10 Jahren Aufbewahrungsfrist vernichtet werden. Wenn ich einen Patienten samt Datensatz aus tomedo lösche, ist er dann sicher entfernt oder nur als gelöscht markiert ?
VG cm