Hallo Frau Schock,
nach meiner ersten, ziemlich direkten Nachricht habe ich eine höflichere Nachfrage gestellt und am 9. Mai 2025 diese Antwort auf das Ticket bekommen
| Lösung: |
Ihr Anliegen liegt bereits unserem Fachteam vor. Dieses wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen. Bitte beachten Sie, dass wir aktuell sehr viele Anfragen erhalten und wir versuchen jedes Anliegen so schnell wie möglich zu lösen. |
Am vergangenen Freitag habe ich zusätzlich direkt das DEMIS-Team beim RKI angeschrieben. Hier der Wortlaut meiner Anfrage:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie als praktizierender Arzt mit einer Rückmeldung zur ärztlichen Meldepflicht im Rahmen des DEMIS-Verfahrens.
Nach einem ersten Test des Meldeprozesses über Bund-Ident ist mir aufgefallen, dass der Ablauf – insbesondere aus Sicht einer niedergelassenen Praxis – vergleichsweise komplex wirkt. Der notwendige Wechsel zwischen verschiedenen Anwendungen und Authentifizierungsmethoden ist zeitaufwendig und im Arbeitsalltag nur schwer integrierbar.
Aus unserer Praxisperspektive stellt sich daher die Frage, ob eine alternative Lösung in Betracht gezogen wurde, etwa ein strukturierter Meldebogen, der direkt aus dem AIS befüllt, per eHBA signiert und anschließend über KIM an das RKI übermittelt werden kann. Diese Variante wäre technisch umsetzbar, rechtlich belastbar und deutlich näher an bestehenden Arbeitsabläufen.
Im Kollegenkreis besteht zunehmend Verunsicherung hinsichtlich der aktuellen Lösung – insbesondere, weil der bisherige Meldeweg per Faxformular als ausreichend galt und nun durch einen digitalisierten Prozess ersetzt wird, der gefühlt mehr Hürden als Erleichterungen mit sich bringt.
Mich interessiert daher Ihre fachliche Einschätzung:
Ist eine eHBA-/KIM-basierte Übermittlung grundsätzlich angedacht oder bewusst ausgeschlossen worden?
Inwieweit wurden Rückmeldungen aus der ärztlichen Versorgungsebene in die Konzeption des Verfahrens eingebunden?
Falls es eine Stellungnahme oder auch nur eine Einordnung der Überlegungen hinter der aktuellen Architektur gibt, wäre ich sehr daran interessiert – auch im Hinblick auf den fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen in entsprechenden Foren.
Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und Ihre wichtige Arbeit an der Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheitsschutzes.
Mit freundlichen Grüßen
Cenk Sayir
Ich bin gespannt, ob von dort eine Antwort kommt – ich teile sie hier gern mit, sobald ich etwas höre.
Noch als Gedanke am Rande:
Ich frage mich, wie stark unsere Berufsverbände eigentlich in solche digitalen Prozesse eingebunden sind – Hausärzteverband, KV, Ärztekammer etc. Gerade bei DEMIS, wo es sehr um die praktische Umsetzbarkeit geht, wäre es gut, wenn unsere Interessen dort mitgedacht würden. Ich plane den Hausärzteverband Schleswig-Holstein direkt anzuschreiben und das Thema weiterzugeben – vielleicht ist das ja auch für andere Kolleg:innen ein Weg.
Viele Grüße
Cenk Sayir