Daniel Schneider
Nur um sicher zu gehen, dass ich das richtig verstehe:
Ja. Das einzig problematische ist den Daten-Ordner eine laufende Datenbank (egal welche) durch ein anderes Programm zu kopieren. Das kannn zu einem inkonsistenten Zustand führen.
"Inkonsistenter Zustand" trifft dann auf die erstellte Sicherung zu, nicht aber auf die Ursprungsdaten (Datenbank); oder kann eine Sicherung einer laufenden Datenbank auch Schaden an der Datenbank selbst anrichten (und nicht nur zu einer inkonsistenten/korrupten Sicherung führen)?
Werden denn über das Tomedo Backup selbst hinaus im Schadenfall noch andere Datensicherungen benötigt, oder genügt das Tomedo Backup für eine Wiederherstellung?
Marcus Thierfelder
Meine Aussage bezieht sich auf die Kopie, nicht das Original.
Kurze Erläuterung: Eine Kopie Kostet Zeit. Es wird sequenziell ein Ordner mit vielen Dateien kopiert. Datei1 ist kopiert, Datei2 wird gerade kopiert, in der Zeit editiert Postgres Datei1 und Datei3 und danach wird Datei3 kopiert. Jetzt ist in der Kopie Datei1 und Datei3 in unterschiedlichen Zuständen.
Ob eine laufende Datenbank durch ein Backup Tool (bsp CCC) beeinflusst wird vermag ich nicht zu sagen. Je ausgefeilter das System ist (zb iCloud oder so) je eher wird das Tool dann ein lock auf Dateien setzen wollen. Ob das dann alles so funktioniert ... das wissen die Götter.
Neuropraxis
Auch unter der Gefahr, dass mich manche für doof halten, aber habe ich dass so richtig verstanden?
- CCC Clone der gesamten System-SSD auf externe Platte bei laufenden Tomedo-Servertools/im aktiven Praxisbetrieb -> Datenbank des Clones könnte ev. korrupt sein. Das Einspielen eines regulären Tomedo-Backups könnte ebenfalls scheitern (in ca 1%)
- Die Tomedo-Servertools erstellen reguläres Backup z.B. auf die interne SSD -> CCC klont nur diesen Backupordner auf externe SSD - sollte funktionieren, da ja keine laufende Datenbank kopiert wird.
Wie ist es bei einem RAID System, ist da auf die Datenbank bei einem Plattenausfall verlass? Und wie ist dann die beste Strategie für die Serversicherung (gegen Plattenausfall), wenn man kein internes RAID (z.B. in einem MacStudio) hat? Wir würden ungern das ganze System auf ein externes RAID verlagern, da dies von Apple nicht wirklich unterstützt wird und ich mich frage ob die Performance nicht leidet (zumal darauf auch noch der Sprachserver laufen müsste). Bleibt dann nur das 6 Stunden Tomedoserver Backup Intervall auf eine externe SSD als Sicherung? Wäre dumm, wenn man im schlimmsten Fall 6 Stunden Arbeit verliert.
Gruss vom Neurologen aus Bayern.
tubbeTEC GmbH
Liebes Team der Neuopraxis,
diese Fragen sind überaus berechtigt. Wenn Sie hier im Form lesen, gibt es schon ein paar tomedo Praxen, die einen Totalausfall der Daten zu beklagen hatten. Um diesen Supergau zu vermeiden, muss sich aus meiner persönlichen Sicht, jede Praxis damit beschäftigen, die Regeln des QM in der Arztpraxis schreiben auch eine Dokumentation hierzu vor.
Bei den aktuellen Mac Rechnern ist es so, dass nur eine SSD (Solid State Disk) verbaut ist. Fällt diese aus, so ist der Server nicht mehr nutzbar. Hier ist also die Sicherung der einzige Rettungsanker. Diese Sicherung kann auf ein Raid (eine externe Festplatte, meist per Thunderboldt angeschlossen), ein NAS (ein Speichergerät im Netzwerk) oder eine USB-Festplatte im Rythmus 1 x pro Tag, 1 x alle 12 Stunden, 1 x alle 6 Stunden ausgeführt werden. Uns ist noch nie eine Festplatte kaputt gegangen, aber wir müssen immer für den schlimmsten Fall planen.
Es gibt bei tomedo die Möglichkeit, im Zusammenspiel mit dem Mac Rechner die Installation der Datenbank und des Files Ordners auf einem Raid zu installieren. Das würde dann das System vor dem Totalausfall schützen, wenn der Server ausfällt.
Was ist ein Raid? Ein Raid ist zunächst einmal ein Medium, welches einem Rechner Speicherplatz zur Verfügung stellt. Dieses System kann intern im Rechner verbaut sein (Windows Server, Linux Server, Zollsoft Server) oder als externes Gerät (Pegasus, Areca, LaCie, usw.) per Thunderbolt oder USB angeschlossen sein.
Beim Raid gibt es verschiedenen Konfigurationen:
Raid 0 - schreibt auf eine Festplatte, wenn also 2 Festplatten vorhanden sind, dann mal auf die eine und auf die andere, hier geht es also um möglichst große Festplatten, nicht für den Serverbetrieb empfohlen
Raid 1 - das hat 2 Festplatten, diese werden gespiegelt, damit sind, wenn eine Festplatte ausfällt, die Daten noch auf einen Festplatte komplett vorhanden. Cool ist Raid 1 + 1 x Spare (Ersatz), damit hat man die 2 Festplatten im aktiven Einsatz, fällt eine Festplatte aus, so springt automatisch das Spare Drive ein
Raid 5 - dafür braucht man mindestens 3 Festplatten, wird aber oft mit 5 Festplatten verbaut, das ist sicher, denn damit können 2 Platten ausfallen, bevor Daten verloren gehen.
Raid 10 - das ist 2 x Raid 1 Plattenverbund nochmal als Raid 1 konfiguriert und somit supersicher. Im schlimmsten Fall könnten also 3 Festplatten ausfallen (dann brennt aber die Hütte), bevor es zum Datenverlust kommt.
Ich bin nicht der Meinung, dass Mac Systeme nicht mit externen Raid Systemen klar kommen, ganz im Gegenteil.
Aber wenn Sie dem Raid nicht trauen, dann wäre immer noch der Multiserver eine Option. Wenn einer davon in der Praxis und einer ausserhalb der Praxis steht, dann wären Sie super abgesichtert. Das wäre dann eine Frage der Kosten.
Mit bestem Gruß aus Koblenz
Axel Tubbesing
tubbeTEC GmbH / tubbeTEC Süd GmbH
Neuropraxis
Hallo Herr Tubbesing,
zunächst danke für die ausführliche Antwort!
Prinzipiell habe ich nichts gegen ein externes RAID System. Wir haben lange Zeit ein Promise Pegasus RAID an einem Mac mini verwendet, auf dem MacOS und der Tomedoserver installiert waren. Nach dem Umzug des Servers auf die interne SSD des Mac war die Performance aber spürbar besser, kann natürch auch an den HDDs im RAID gelegen haben. Einen wirklich großen Vorteil eines RAID-Systems kann ich auch nicht erkennen. Es schützt zwar vor einem Plattendefekt, aber die RAID-Hardware kann auch ausfallen. Bleiben also nur die Tomedo-Backups, die halt nur alle 6 Stunden möglich sind. Die Multiserver-Option klingt interresant, ist mir aber aktuell zu teuer, da ich davon ausgehe, dass man dann 2 Serverinstallationen mieten muss.
Würde eigentlch eine Sicherung mit Time Machine Probleme mit der Datenbak machen? Gibt es dazu Erfahrungen?
Und wie verhält es sich, wenn CCC regelmäßig die gesamte Platte klont (startfähiges Backup) und nicht nur die Datenbank? Kann man die geklonte Datenbank auf ihre Integrität prüfen?
Vielleicht hat jemand eine Idee dazu, ansonsten sonnige Woche noch!