Jan Erich
Folgendes Problem sehe ich - selbst wenn die eAU mal durchgeht - immer mehr:
Früher: Am Ende des Patientengrsprächs frage ich, ob der Patient eine AU braucht. Ja? Dann schnell das Formular ausgefüllt, Drucken klicken, der Drucker rattert und Patient und Arzt sind glücklich.
Heute: Selbe Frage, Formular ausfüllen, einen der vielen Buttons drücken - und dann kann man sich eigentlich erstmal einen Kaffee holen gehen. Signiere Dokument.................................... Versende per KIM (kann dauern - wie wahr!!).................................... und dann rödelt irgendwann auch mal der Drucker.
Bei der e AU kann ich mir noch helfen, indem ich die AU versuche, nicht als letztes auszustellen, aber wenn das eRezept kommt sehe ich schwarz! Als Hausarzt sind das zig Rezepte am Tag, gerne mal 20 en Bloc, wenn ich da jedes Mal so lange warten muß, müssen meine Patienten leider mit weniger Arztkontakt auskommen, da ich Stundenlang der Teelmatik fröhnen darf. Wäre nur folgerichtig, in der Pflege hat die Gesundheitspolitik es ja schon geschafft, daß mehr mit Akten als mit Patienten gearbeitet wird, da muß man schon aus Gerechtigkeit bei uns Ärzten gleichziehen.
Aber mal ehrlich: ich gehe davon aus, daß das nicht an tomedo, auch nicht an uns (250er Leitung, Computer recht neu), sondern an der Telematik liegt. Gibt es da irgendwelche Hoffnung daß es irgendwann (noch vor der Browserbasierten neuen Telematik) schneller wird?
Marcus Thierfelder
Sehr geehrter Herr Erich,
der Versand der eAU geht über den KIM-Client (von arvato) und dauert da recht lange (durchschnittlich 30sekunden pro email). Der Fehler wurde von uns mehrfach an arvato weitergeleitet und auch debugt. Nach dem Gespräch mit arvato wurde auch zugegeben das der Fehler im KIM Client liegt. Seit 2 Moanten wird uns gesagt das man daran arbeitet...
David Stenger
Ich drucke immer den AG und V Teil direkt für den Patienten. Das dauert genauso lang wie früher. Nach Ende der Sprechstunde signiere ich über die eAU Verwaltung alle eAU des Tages auf einmal (geht schnell) und sende diese anschließend (dauert ewig - die besagten 30s pro eAU).
Christian Klaproth
Das ist ein Grund weder eAU noch eRezept einzusetzen. Ich sehe mal zu was passiert. Zum Glück ist bei meinen Patienten eine AU die absolute Ausnahme, weil kaum einer mehr arbeitet, und diejenigen die eine AU benötigen sind spätestens nach 2 Tagen wieder einsatzbereit. Mir tun die Hausärzte leid. Ich gebe nur Empfehlungen zu Verordnungen und stelle hauptsächlich Physiotherapie und Hifsmittelrezepte aus. Die Apotheken werden die regulären Rezepte weiterhin anehmen. Was soll schon passieren. Wir sind als Ärzte selber schuld wenn wir jeden Blödsinn mit uns machen lassen. Die eAU und das Rezept sparen Papier kosten uns aber nur Zeit und Nerven.
Jan Erich
Ja, das klingt ganz praktikabel. Werde ich wohl auch mal so machen... wenn das aber die Telematik zickt darf man abends fleißig AUs verschicken....
Und spätestens mit dem e Rezept wird das so nicht mehr gehen!
Jan Erich
Dann können wir ja noch hoffen!
Jan Erich
Ja, aber wenn es nach dem Willen der KBV geht spare ich vor allen das Papier der KV ein und soll weißes Papier selber beschaffen. Und da die meisten A4 Papier benutzen ( meist billiger, überall im Angebot und ich habe es sowieso da) profitiert noch nicht mal der Regenwald davon, 2xA4 statt 3xA5 ist ein schlechter Tausch.
Die Kosten sind zwar minimal, aber das Selbstverständnis der KV (das kriegen sie nicht mehr von uns, kaufen sie das mal selber) regt mich auf!!
Sie glücklicher, wenn sie AUs nicht so oft benötigen, bei uns ist es Alltag, und ich befasse mich lieber jetzt damit als Ende Juni....
bohna0
Herr Thierfelder, dauert das Erstellen eines eREZ genauso lange wie das Versenden der eAU?
Marcus Thierfelder
Das eRezept funktioniert auf anderm Wege und nutzt nicht KIM ... das eRezept nutzt mehrere (komplett andere) Schritte als die eAU
Björn Wellegehausen
Lieber Herr Erich,
wie Herr Thierfelder bereits geschrieben hat läuft das eRezept nicht über KIM.
Das Signieren + Versenden eines eRezeptes dauert inklusive Pin-Eingabe etwa 6 Sekunden. Wenn Sie die Komfort-Signatur (ggf. in Kombination mit Stapel-Signatur) verwenden sollte es eventuell noch etwas schneller gehen. Für mehrere Rezepte, die Sie gleichzeitig versenden skaliert die Zeit auch deutlich besser als linear.
Sie können das eRezept gerne bereits selbst testen bzw. verwenden, siehe dazu auch unseren Handbucheintrag:
https://hilfe.tomedo.de/handbuch/telematikinfrastruktur-ti/#elektronisches-rezept-erezept
Viele Grüsse,
Jan Erich
Das klingt ja ganz vielversprechend! Obwohl ich
Für mehrere Rezepte, die Sie gleichzeitig versenden skaliert die Zeit auch deutlich besser als linear.
nicht wirklich verstehe
Können die Helferinnen denn weiterhin Rezepte vorbereiten die ich dann nur noch freigeben muss? Und wäre das nicht ein prima Schritt für die Arzneimittel Sicherheit wenn zu den freizugebenden Rezept immer auch gleich der Medikamentenplan ( soweit vorhanden) eingeblendet wird?
Björn Wellegehausen
Ein eRezept entspricht immer einer Verordnung. Das Ausstellen besteht aus 3 Schritten, eRezept-ID abrufen, eRezept signieren und eRezept versenden.
Das Signieren ist dabei der zeitintensivste Prozess, kann aber für mehrere eRezepte gleichzeitig gemacht werden. Wenn 1 eRezept also insgesamt 6 Sekunden dauert sind es bei 2 eRezepten eher 8 Sekunden und bei 3 eRezepten vielleicht 10 Sekunden.
Ja, Ihre Helferinnen können eRezepte vorbereiten (speichern) und Sie können diese dann später über die eRezept-Verwaltung gesammelt signieren und versenden. Diesen Workflow werden wir in den nächsten Wochen auch noch verbessern. Wenn der eingeloggte Benutzer kein Recht zum signieren hat sollen die eRezepte aus der Medikamentenverordnung standardmässig nur gespeichert werden und der verordnende Arzt bekommt eine Nachricht / Aufgabe dass neue eRezepte bereit zum signieren und versenden sind.
Ihren Vorschlag, den Medikametenplan in der eRezept-Verwaltung anzuzeigen, werde ich auch in die Entwicklungsplanung mit aufnehmen. Welche Informationen wollen Sie denn dort genau sehen? (Name, Datum der letzten Verordnung...?)
Jan Erich
Ja, die beiden Parameter wären schon mal super, vielleicht auch noch "Einnahme bis". Grundsätzlich sollen auch unsere Helferinnen abchecken ob das Medikament im Mediplan steht, aber wenn ich einen Stapel Rezepte unterschreibe, muss ich mich aktuell darauf verlassen, dass die Helferinnen das korrekt geprüft haben. Im Kopf habe ich den Plan natürlich nicht, und wenn ich 20 Rezepte zwischen zwei Terminen unterschreibe, kann ich unmöglich in jede Akte schauen. Wenn die MFA also einen Fehler macht, der nicht völlig abwegig ist, merke ich dass aktuell nicht; trage aber die volle Verantwortung.
Wenn es da im Rahmen der eAU Umstellung so wird, dass ich das Rezept mit den Blick auf den aktuellen Medikamenten Plan absegnen könnte...