Wie Sie sich vorstellen können, erhalten wir täglich sinnvolle Programmverbesserungsideen. Um zu entscheiden, wie schnell wir die umsetzen, müssen wir jeweils abschätzen, wie aufwändig die Programmierung ist und wie viele Kunden davon wie stark profitieren würden.
Wir finden den von Dr. Balogh hier im Forum vorgeschlagenen Crowd-Funding-Ansatz, um Feature-Wünsche, die wir als zollsoft nicht so hoch priorisieren, aber einzelnen Praxen sehr wichtig sind, auf der "Überholspur" programmiert zu bekommen, eigentlich eine tolle Idee: Unserer Erfahrung nach ist der beste Weg, eine akkurate Einschätzung zu erhalten, wie wichtig ein Wunsch dem Kunden wirklich ist, eine "Hausnummer" zu nennen. Wenn jemand keine 50€ für die Implementierung eines von ihm gewünschten Formulars zahlen möchte, ist es ihm vielleicht doch nicht so wichtig. Wenn Sie 1000€ für die Anbindung Ihrer Telefonanlage an tomedo zu zahlen bereit sind, dann ist dies sicherlich ein Feature, das die Effizienz des Praxis-Workflows signifikant erhöhen würde.
Wenn sich dann jedoch wie in dem Kartei-Export-Beispiel herausstellt, dass mehrere Ärzte sich bereit erklären, an den Kosten für den Entwicklungsauftrag zu beteiligen, wollen wir uns daran eigentlich auch nicht unbedingt bereichern, schließlich stellt der Wunsch ja dann keine Einzellösung mehr da, sondern eine signifikante Minderheit an Kunden ist bereit, für dessen Implementierung Geld zu zahlen. Daher folgende Idee:
Sobald sich mehrere Praxen an einem Programmierauftrag beteiligen und dieser somit zum Crowd-Funding-Auftrag wird, geben wir das erhaltene Geld in voller Höhe an eine gemeinnützige Hilfsorganisation weiter. Da wir Informatiker, Physiker und Mediziner evidenzbasiert "ticken", werden wir an eine der von GiveWell ( www.givewell.org ) empfohlenen Organisationen spenden. GiveWell ist eine von ehemaligen Hedge-Fund-Managern gegründete (selbst auch gemeinnützige) Organisation, die die Kosteneffektivität von Hilfsorganisationen im Bereich der Armutsbekämpfung bewertet. Die Kosteneffektivität bezeichnet dabei die positive Wirkung einer Hilfsorganisation – abgeschätzt beispielsweise an der Verhinderung von Leid, Todesfällen, Krankheiten, etc. – für eine fixe Menge an gespendetem Geld. Mehr Informationen hier:
http://www.ea-stiftung.org/blog/effektives-spenden
Die von GiveWell empfohlenen Organisationen haben nachhaltige positive Auswirkungen auf die Bildung oder die lokale Wirtschaft. Die folgenden vier sind die aktuell bestbewerteten Hilfsorganisationen; Sie können bei Vorlieben gern angeben, wohin Ihr Geld gehen soll; allerdings nur unter diesen auswählen:
Deworm the World (DtW)
DtW hat in 27 Ländern über 600 Millionen Entwurmungsbehandlungen bei Schulkindern durchgeführt. Die Entwurmungen wirken sich nicht nur unmittelbar positiv auf die Gesundheit aus; sie erhöhen auch die Zahl der Unterrichtsbesuche der Kinder, die sonst krank zuhause bleiben müssten, was nachhaltige Fortschritte in der Bildung und der Wirtschaft bewirkt (behandelte Kinder sind weniger häufig analphabetisch und haben später um 23% höhere Einkommen).
Schistosomiasis Control Initiative (SCI)
Die Effektivität der SCI ist durch große Studien und nationale Kontrollprogramme sehr gut belegt. Sie arbeitet im Bereich der vernachlässigten tropischen Krankheiten (neglected tropical diseases, NTDs) und richtet Verwaltungsprogramme ein, um breit angelegt günstige Behandlungsmöglichkeiten (meistens Entwurmungen) zu organisieren. Wie andere Deworming-Hilfswerke, fördert die SCI nicht nur die Gesundheit, sondern erhöht indirekt auch die Anwesenheit der Kinder in der Schule.
Against Malaria Foundation (AMF)
Malaria tötet jedes Jahr mehr als eine Million Menschen. Die AMF verteilt mit Insektiziden behandelte Bettnetze, um Familien nachts zu schützen, wenn die Mücken am aktivsten sind.
GiveDirectly (GD)
GiveDirectly überweist Geld direkt an extrem arme Menschen in Kenya und Uganda, die es dann für die für sie wichtigsten Zwecke nutzen. Die Daten legen nahe, dass die Überweisungen in den begünstigten Haushalten zu großen Einkommenssteigerungen führen. Das Geld wird z.B. in die Unterkunft, wichtige Geräte oder in die Ausbildung der Kinder investiert.