Hallo zusammen,
aktuell teste ich das System intensiv aus, um die praktischen Grenzen auszuloten. Ich sehe hier eine großartige Chance, verbal per Diktat direkt mit der Patientenakte oder der Tomedo-Benutzeroberfläche zu interagieren – denn im Laufe unseres Berufslebens tippen und klicken wir uns ohnehin die Finger wund. Spracherkennung und digitale Sprechstundenassistenten sind für mich jedoch nur der erste Schritt in die digitale Gesundheitsversorgung.
Wie Herr Allgeier bereits erwähnt hat, ist die Integration eines solchen Assistenten im Sprechstundengeschehen eine hervorragende Lösung zur Prozessautomatisierung und Entlastung. Bisher liegt der Fokus verständlicherweise stark auf dem ärztlichen Bereich während der laufenden Sprechstunde. Wir dürfen dabei jedoch die Entlastung der Medizinischen Fachangestellten (MFAs) nicht vernachlässigen.
Trotz Self-Service-Kiosken (wo es bis zur vollautonomen Anmeldung noch Hürden gibt) und Telefonassistenten sehe ich großes Potenzial in einem administrativen Panel oder einer KI-Interaktion direkt in der Tomedo-Tagesliste und der Akte (Kartei-Chat ist ein starker Ansatz). Ziel sollte es sein, klickintensive Verwaltungsaufgaben zu automatisieren – etwa das Erstellen von Rezepten, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) und Physio-Verordnungen sowie die KI-gestützte Terminsuche, Überweisungen austellen etc.
Ein weiterer starker Hebel wäre die Integration der Dokumentenverwaltung für das Qualitätsmanagement (QM). Idealerweise lässt sich der KI-Agent direkt mit den bereits bestehenden, praxisindividuellen SOPs trainieren, um als intelligenter Assistent für das gesamte Team zu fungieren. Diese Funktionen sind beim Einarbeiten neuer MA ein wichtiges feature aus meiner sicht. Ich ziehe hier gerne den Vergleich zu Claude im Co-Work-Modus, wo man nahtlos über komplexe Ordnerstrukturen, Dokumente und Projekte hinweg interagieren kann.
Was mich letztlich für die Kommunikation mit Tomedo so richtig getriggert hat, war das Werbevideo zu ChatGPT Astra 6. Eine solche Umsetzung in der Praxissoftware hätte wirklich den Charme eines vollständigen, autonomen KI-Agenten!
In einem gemeinsamen Brainstorming könnten wir evaluieren, welche administrativen Funktionen auf der Tagesliste den größten Nutzen bringen. Spontan denke ich an das automatisierte Ausfüllen von OP-Plänen als PDF sowie die Überprüfung auf Vollständigkeit, beispielsweise durch die intelligente Erkennung von Karteieinträgen und Briefkommandos.
Das langfristige Ziel ist klar: weg von der zeitraubenden Administration und Verwaltung. Auch wenn das heute noch wie Zukunftsmusik klingt – mit einem solchen System würde eine einzige Person ausreichen, um alle administrativen Abläufe entspannt zu koordinieren. Die medizinischen Fachkräfte könnten sich stattdessen endlich wieder auf spannende, patientennahe Tätigkeiten konzentrieren. Eine Entwicklung, die uns spätestens dann retten wird, wenn uns der demografische Wandel voll einholt.
Beste Grüße
Artur, Praxismanager