Lieber Kollege Hainich,
Zu Ihren Standpunkt
„im Zeitalter der Solid-state-Festplatten keinen Sinn, die primären Backups außerhalb des Servergehäuses unterbringen zu wollen“
kann man anderer Meinung sein:
Ob HDD oder SSD spielt für die entscheidende Frage der Datensicherheit kaum eine Rolle: Ein Backup soll möglichst nicht dieselben Ausfallursachen wie das Produktivsystem teilen.
Wenn Server und Backup-SSD im selben Gehäuse stecken, können beispielsweise Netzteildefekt/Überspannung, Controllerfehler, Überhitzung, Brand, Wasserschaden, Diebstahl oder ein administrativer Fehler beides gleichzeitig treffen. Wenn zum Beispiel der RAID Controller defekt ist, sind die Daten aller Festplatten des Verbundes in der Regel unrettbar verloren.
Noch wichtiger ist heute Ransomware: Ist das Backup dauerhaft vom Server beschreibbar erreichbar, kann es unabhängig davon, ob es intern oder extern eingebaut ist, ebenfalls verschlüsselt oder gelöscht werden. Ein NAS, das intern die Backups weiterkopiert an einen Ort, den der Host nicht erreichen kann, würde dann nicht kompromitierte Backups bereitstellen.
Auch der Satz über „Bit-Flips“ lenkt etwas vom eigentlichen Problem ab. Einzelne Bitfehler sind heutzutage gerade nicht der Hauptgrund, weshalb man Backups trennt. RAID, ECC, Prüfsummen usw. helfen gegen bestimmte technische Fehler. Sie helfen aber nicht zuverlässig gegen versehentliches Löschen, Softwarefehler, kompromittierte Administratorzugänge, Ransomware oder einen Totalschaden des Standorts.
Das Backup lokal auf dem Server zu haben erhöht in der Terminologie der IT die "Verfügbarkeit", es reduziert aber die "Datensicherheit". Deshalb bleibt meine ursprüngliche Frage bestehen. Da zollsoft kompetent ist, werden die sich vieles dabei gedacht haben - nur was?