Heiko Durst
Hallo
Wir haben bisher für Faxe LifeTime genutzt.
Jetzt mussten wir 37 iMacs umstellen (zu alt) und haben feststellen müssen, dass es LifeTime nicht mehr gibt ....
Wir würden gerne aus tomedo heraus faxen. Da muss aber offenbar ein «Fax-Anbieter» hinterlegt werden.
Wir nutzen Starface als Telefonanlage. Bei Starface haben wir immer bei Neuerungen, die wir umsetzen wollen das Problem, dass wir seit Jahren nie Updates gefahren haben. Nun sollen wir für mehrere tausend Euro die Updates kaufen bis wir etwas supported, eingerichtet usw. bekommen. Da sträube ich mich etwas dagegen. Oder kann man das auch mit einer alten Starface-Version alleine ohne Hilfe von Starface umsetzen? Wir fahren aktuell auf Starface 6.7, Letzte Aktualisierung: 11.05.2021 ....
Danke für Tipps, wie wir da kostengünstig etwas umgesetzt bekommen. Leider müssen wir ja wegen manche Physiopraxis u.ä. immer noch Faxe versenden.
Dirk Küpper
Einfach so nebenbei: Nutzung von Faxdiensten zur Übertragung sensibler Patientendaten (besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO) ist datenschutzrechtlich aufgrund fehlender Verschlüsselung grundsätzlich unzulässig.
Heiko Durst
Alles klaro! Nur praxisrelevant ist diese Antwort leider nicht.
Clemens Siebolds
Ich habe zwar keinen Anbieter zur Hand, aber wir nutzen Placetel und einen Aktionskettenbutton mit Ausführen eines Skriptes, das wiederum sich bei Placetel einloggt und man dann quasi auf Fax versenden klickt.
Etwas nervig mit der doppelten "Buchführung", aber seit 2 Jahren robust ohne Fehler im Einsatz. Mir ist Redundanz mitunter wichtiger als Innovation.
petergerber
Ich kann den gewünschten Karteieintrag mit Rechtsklick anklicken und dann versenden per Fax anklicken. Meine MFA sind darauf geschult bei der Erstaufnahme der Patienten möglichst alle Daten ordnungsgemäß einzutragen. Das ist vor allem bei Altersheimpatienten natürlich auch immer die Faxnummer der entsprechenden Station. Gleiches gilt für Fachärzte, Apotheken etc., die in unserem Adressbuch hinterlegt werden. Da muss auch immer das komplette Panel hinterlegt werden (KIM, Fax, Telefon, Mail), damit die Workflows laufen.
Die Faxe gehen bei uns dann über Starface raus. Wir sind bei Version 8.1.2 in der Basic Version. Damit können wir von jedem Arbeitsplatz aus faxen. Auch vom Laptop aus wenn man z.B. im Altersheim ist oder daheim aus dem Homeoffice arbeitet. Natürlich nutzen wir wennmöglich immer KIM, aber manchmal geht es eben nur per Fax, weil das Heim oder die Praxis kein KIM nutzt.
Bernhard Unkel
Guten Morgen,
ich sehe hier definitiv eine hohe Praxisrelevanz. Wir haben den Faxversand bei uns komplett abgeschafft.
Dass das Fax immer noch als „sicher“ gilt, ist ein Mythos aus der Ära analoger Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
Die Realität allerdings ist: Niemand erreicht heute noch jeden über KIM – insbesondere solange diverse Kliniken und Institutionen hier noch hinterherhinken.
Rein technisch ist E-Mail mit zeitgemäßer Transportverschlüsselung (SSL/TLS) sicherer als das heutige IP-basierte Fax und viel einfacher in einen Tomedo- Arbeitsablauf zu integrieren.
Im übrigen hatten wir genau das gleiche Starface Problem!
Viele Grüße
Bernd Unkel
Johannes Stößel
Wir nutzen das Fax via Starface auch in einer alten Version und es klappt ohne Probleme (6. irgendwas). Kann man an jedem Rechner ohne Probleme einrichten. Leider können wir auch noch nicht darauf verzichten, da es immer noch vor allem auch Arztpraxen gibt, die nicht mal in ihre KIMs reinschauen. Und von Kliniken ganz zu schweigen. Da ist man immer noch der Ansicht, dass Fax besser beziehungsweise sicherer ist als E-Mail…
Heiko Durst
Hallo Herr Stößel
Faxen Sie dann aus tomedo heraus, d.h. Starface ist als Fax-Anbieter in tomedo hinterlegt? Gemäß Anleitung von tomedo gebe es keine Schnittstelle zu Starface.
Johannes Stößel
Ich habe Starface einfach als Fax Drucker angelegt
Dr.Christoph Hainich
Das Wort Fax kommt in dem zitierten Gesetz nicht vor. "Faxdienste" sind heutzutage VoiIP mit aufgesetzten Datenpaketen, sofern kein externer Dienstleister bemühr wird, also einfach Fax. Abhören des gesprochenen Wortes durch Ausspionieren einer VoiP-Verbindung ist in Rahmen des Telekommunikationsgesetztes in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt, Fax über die selbe Leitung gehört dazu. Alles andere ist nerdig und im Gesundheitswesen nicht praktikabel.
Bernhard Unkel
Hallo Herr Hainich,
vielen Dank für die spannende Diskussion.
Einbruch ist auch verboten und trotzdem sperren Sie ihre Haustür zu. Nun ist es so, dass die DSGVO Ihnen auferlegt, mag man es finden wie man will, die Daten Ihrer Patienten nach dem Stand der Technik zu schützen.
Technisch gesehen ist der Faxdienst nicht VoIP sondern FoIP. Unverschlüsselte Datenpakete über das öffenliche Netz.
Offensichtlich scheint es immer schwieriger zu werden Fax oder Faxdienst, technisch umzusetzen, weil immer weniger Anbieter diesen Dienst anbieten. Nur im Gesundheitswesen fragt man nach Fax (oder Faxdienst). Und das hat Gründe, die in der analgogen Ära liegen.
Gerne können Sie, wie ich es lange Zeit getan habe, versuchen Fax zu implementieren. Mein Argument ist, wenn FoIP doch ohnehin scheinbar die schlechtere Lösung der Datenübermittlung ist, warum dann nicht darauf verzichten und die bessere Alternative Email mit zeitgemäßer Transportverschlüsselung in meinen Arbeitsablauf implementieren.
Eine Forderung ausschliesslich KIM zu nutzen, ist tatsächlich in der heutigen Zeit noch völlig realitätsfern (Zitat des Hessichen Datenschutzes).
Keinesfall möchte ich den Eindruck erwecken auf eine mehr oder weniger sinnvolle oder realtitäsferne Verordnung pochen zu wollen. Jeder soll die für sich beste Lösung finden. Am Ende ist es mir wirklich egal, ob man Fax/ FoIP nutzt. Ich nutze es nicht mehr, weil Email soviel einfacher ist.
Liebe Grüße
Bernd Unkel
Dr.Christoph Hainich
Hallo Herr Unkel, Ihr Beitrag ist geeignet, eine ideologisch IT-berufsständische Debatte zu deeskalieren. Im Gesundheitswesen ist aktuell Fax die zuverlässigste Art des Kommunikationsaufbaus und deshalb oft schon unverzichtbar. Ob man in Stufe 2 dann eMail oder KIM zündet, ist dann Geschmackssache. Rein technisch gesehen glaube ich nicht, dass die am FON Eingang der Fritzbox angeschlossene Maschine (MFC) einen separaten Dienst bekommt, solange die T38-Spezifikation des Faxdienstes des Providers auch durch VoIP eingehalten wird. Die DataFax Spezifikationen kenne und benutze ich nicht.
Grüße aus dem faxkommunikativen Harz
Heiko Durst
Leider muss ich nochmal nachfragen: Ist dann auf jedem Mac der Starface UCC Client installiert? Wir haben 65 iMacs in der Praxis ....
Andreas Cepin
Ja das klappt nur mit dem Starface-Client auf dem faxenden Client. Das klappt bei mir problemlos. Habe aber auch nur 4 faxende Clients ;-)
Heiko Durst
So ein ... Pech.
DANKE!
Johannes Stößel
Man kann einfach einen mac als "Faxgerät" verwenden und via Bildschirmfreigabe darauf zugreifen. Dann spart man sich die Arbeit.
Jan Erich
Ich kann durchaus nachvollziehen, daß man am Fax hängt - es ist so schön einfach. Die DSGVO bietet sicher einigen Interpretatioonsspielraum - auch wenn ich sie auch eher so verstanden habe daß Fax nicht mehr adäquat ist und das Fax aus der Praxis verbannt habe. Und siehe da: Es geht! Sogar sehr gut, da habe ich die selben Erfahrungen wie Kollege Unkel gemacht.
Ob ich für die Zukunft allerdings viel Mühe iin die Fax Implementieruung stecken würde, weiß ich nicht. Das GEDIG („Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG)“ steht in den Startlöchern, hier ist schon deutlich konkreter formuliert, das Fax der Vergangenheit angehören soll. Die Umsetzungsfrist soll hier relativ kurze 12 Monate betragen.