Klaus Blickle
unser Server ist ein Macbook Pro, in der Praxis benutzen wir ein 2. Macbook Pro, das wir auch als Ersatzserver nutzen könnten
welche Vorbereitungen kann ich jetzt schon machen, damit bei einem Serverausfall der Wechsel von einem zum anderen Macbook Pro rasch erfolgen kann ?
wäre es sinnvoll auf dem Ersatzserver in einer 2. Partition schon einmal den aktuellen Server mit timemachine zu migrieren ? Wäre es dann möglich über ein update auf die neueste Serverversion zu aktualisieren und dann das letzte backup einzuspielen ?
Andreas Cepin
Klingt nach einem Plan. Allerdings würde ich dann das Backup täglich (auch) auf den Ersatzserver schieben. Also die Timemachine tgl auf die 2. Partition schreiben lassen. Sie müssen natürlich testen ob sie von der 2. Partition aus den Rechner starten können.
Mal schauen was hir noch so an Ideen kommt.
Felix König
Interessanter Gedanke, sich auf das Szenario "Serverausfall" schon mal so gut wie möglich vorzubereiten. Ich wäre da an "Best Practises" ebenfalls interessiert. Aber ich frage mich, ob ein MacBook als Notebook die richtige (primäre) Wahl für einen Server ist - ich habe da bei einem "echten" Rechner, sei es MacMini oder Linuxserver ein besseres Gefühl.
Klaus Blickle
... seit unserem Tomedobeginn haben wir ein Macbook pro als Server, könnten es zur Not auch als Client nutzen und brauchen kein Notstrom und hätten eben auch sofort einen baugleichen Ersatzserver, der aktuell als Client genutzt werden kann ...
A. Hoffmann
Hierzu wäre die Meinung eines echten Experten sicherlich interessant. Ich als interessierter Laie sehe keinen relevanten Nachteil des MacBooks, insbesondere die Pro Modelle sind den Mac minis teils deutlich überlegen - aber auch teurer. Ein relevanter Vorteil wäre für mich das mit nach Hause nehmen können, allerdings müsste ich dann auch der erste in der Praxis sein - das wiederum schließt diese Option für mich aus
Klaus Blickle
... mir geht es eigentlich nicht um die Diskussion Macbook pro ja oder nein sondern allgemein welche Vorbvereitungen für einen Serverausfall sind möglich oder sinnvoll für einen in der Praxis vorhandenen Computer ( egal macbook mini imac nihct Linux ), den ich schnell als Ersatzserver einsetzen kann ...
falls Zollsoft mitliest, bitte auch einen Kommentar abgeben
Rainer Gunstmann
Wir haben den Tomedoserver virtualisieren lassen (Auf einem Computer läuft ein Programm, dass so tut, als sei es ein eigener Computer) und die Virtualisierung wird auf einem zweiten Compter ständig synchronisiert. Wenn der erste Computer wegen Hardwaredefekt ausfällt, könnten wir binnen Minuten auf den anderen umschalten. Der zweite Computer ist ein 15 Jahre alter Server, der noch tapfer funktioniert und außer Strom keine Mehrkosten erzeugt. Neben der tomedoeigenen Datensicherung, sichern wir die Vistualisierungskontainer, sodass wir nur in den Mediamarkt rennen müssten. um ein defekten Server zu ersetzen. Alles Dinge, die hoffentlich nie eintreten.
DrKeller
Hallo Herr Gunstmann,
vielen Dank, dass Sie Ihr Setup hier geteilt haben - das klingt sehr interessant. Wäre Sie bereit das noch etwas genauer zu erläutern, d. h., welche Hard- und Software?
Generell interessiert mich auch, wie andere das Thema Backups handhaben. Z. B.: Macht TimeMachine wirklich Sinn bei einem Server-Ausfall? Wer hat schon Erfahrungen gemacht?
etc. wir machen TomedoBackups, TimeMaschine und Sicherungen mit Carbon Copy Cloner (alles aufs NAS + den ServerClon auf externe Festplatten)
Herzlichen Dank und viele Grüße
Philipp Steinbach
Hallo zusammen,
das ist ein sehr spannendes Thema.
Für einen Ausfall des Servers kann es mehrere Szenarien geben. Daher ist eine Pauschalaussage nicht unbedingt möglich. Wenn die Praxis im allerschlimmsten Fall abbrennt, nützt es auch nichts, wenn der Ersatzrechner neben dem Originalgerät steht. Ich würde aber vielleicht ein paar Tipps und Fakten da lassen.
So einfach eine Time-Machine-Kopie zu erstellen, kann möglich sein. Jedoch kann es dann zu Unterschieden bei den IP-Adressen kommen und viele andere Dinge betreffen, die sich am Ende ein Mitarbeiter eventuell anschauen muss. Wir raten bei Server-Umzügen von dieser Methode ab.
Man könnte generell einen zweiten Server im Multiserver-Verbund einrichten. Die beiden Server gleichen ihre Datenbank stets ab, sodass, wenn einer ausfällt, direkt auf dem anderen weitergearbeitet werden kann. Aber auch das ist keine Garantie. Ein Multiserver bringt Kosten und mehr Komplexität ins Spiel und hat auch Nachteile.
Linuxserver sind eine gute Wahl. Im Rahmen dieser Server gibt es auch Wartungsverträge, die garantieren, dass z. B. ein Ersatzteil gesichert am nächsten Werktag von einem Techniker eingebaut wird. Die genauen Konditionen kann ich auf die Schnelle auch nicht korrekt benennen. Aber auch hier sind Kosten ein Faktor.
Das sind alles Szenarien, bei denen die Hardware eine Rolle spielt. Allerdings sind Serverausfälle auch oft kein Problem der Hardware, sondern von Infrastruktur- und Softwareproblemen bei Drittprogrammen. Man kann einfach ein paar Dinge tun, um einem Serverausfall vorzubeugen:
Kontrollieren Sie regelmäßig das Backup, welches außerhalb Ihrer Praxis gelagert werden sollte. Wenn es zu einem Ausfall kommt, kann man zeitnah mit einem nahezu beliebigen Ersatzgerät den Server neu einrichten, bis das Hauptsystem ersetzt wurde. Unsere Technik hilft bei solchen Fällen mit höchster Priorität.
Pflegen Sie Ihren Server. Manche Server laufen über viele Monate, ohne auch nur einmal neu gestartet zu werden. Oft reicht im Fehlerfall ein Neustart. Man kennt das Phänomen. Starten Sie Ihren Server wenigstens einmal im Monat neu.
Halten Sie Ihr Betriebssystem aktuell. Eine macOS-Version ist nach zwei Jahren durch mit Sicherheitsupdates. Einige Hersteller von Drittsoftware verlassen sich darauf, dass bestimmte OS-Versionen vorliegen. Wenn Ihr System zu alt ist, kann das Folgen im Zusammenspiel mit allen Komponenten haben. Das wird dann schnell als Serverausfall interpretiert.
So banal es klingt: Bevor ein Serverausfall festgestellt wird, schauen Sie, ob der Rechner an ist, ob der richtige Nutzer angemeldet ist, ob das Server-Programm überhaupt läuft und ob der Server-Prozess überhaupt gestartet ist.
Mit freundlichen Grüßen
P. Steinbach
A. Hoffmann
Halten Sie Ihr Betriebssystem aktuell.
Der ist gut.
Der tomedo®-Client ist für macOS Tahoe (macOS 26) freigegeben; der Server nicht, ...
Philipp Steinbach
Hallo Herr Hoffmann,
berechtigte Kritik. Die Aussage ist vielleicht etwas konservativ formuliert.
Darunter steht allerdings auch der Grund.
Bei der Nutzung von macOS Tahoe (insbesondere ab Version 16.2) wird der physische HZV-Dongle (HOK) häufig nicht mehr vom System erkannt. Dies führt dazu, dass das HPM-Prüfmodul nicht mehr funktionsfähig ist.
Achtung: Sollte der Dongle nach einem Update ausfallen, muss eine vHOK (virtuelle HOK) bestellt werden. Da die Bereitstellung in der Regel mehrere Tage dauert, wäre Ihre HZV-Abrechnung in dieser Zeit unterbrochen.
Aktuell laufen ca. 650 Server auf Tahoe.
Mir ging es auch mehr um den Fall, dass wenn über 2 Jahre kein Update gemacht wurde, Konflikte auftreten können. Vielleicht muss man nicht immer brandaktuell sein, aber zumindest nicht zu sehr outdated.
Klaus Blickle
Hallo Herr Gunstmann,
... das wäre für mich auch eine interessante Lösung.
Würden Sie die Konfiguration näher beschreiben ? Welche VM Software nutzen Sie und wie wird die Virtualisierung ständig auf dem 2. Rechner synchonisiert ?
Danke
Dirk Küpper
Ersatzrechner im Schrank mit gleichem macOS System der Server werden kann. Backup, Backup, Backup und noch mal Backup. Sagte ich schon Backup? Also mindestens 3-2-1-Backup-Strategie anwenden. Auch das BSI hat da nützliche Hinweise und Tipps.
Jonas Kortemeier
Bei uns ist der Server ein Linux-Rechner, auf dem Proxmox als Hypervisor läuft (quasi das Betriebssystem, das virtuelle Computer verwaltet). Hier drauf läuft virtuell der Tomedo-Server. Daneben eine zweite virtuelle Maschine (VM) mit einem Windows-Server für das EKG. Daneben eine dritte VM für Metabase, als tiefgreifenderer Tomedo-Cockpit-Ersatz. Der Server selbst hat alle seine Festplatten dauerhaft gespiegelt, dass also ohne Probleme eine Platte sterben kann ohne dass ich einen Datenverlust hätte. Im Praxiskeller läuft der alte Server mit Proxmox-Backup, der regelmäßig Backups fährt. Zusätzlich habe ich zu Hause noch einen zweiten Proxmox-Backup Server der ebenfalls regelmäßig Backups macht. Zusätzlich habe ich noch alle paar Wochen die gute alte Externe Festplatte als Cold-Backup für den Safe.
Wenn mir jetzt der Server stirbt nehme ich zB meinen Gaming-Rechner von zu Hause oder einen beliebigen anderen Rechner, (leider geht hierbei kein Apple-Silikon) und installiere Proxmox. Dann muss ich nur die virtuelle Maschine mit wenigen Clicks restoren und alles läuft wieder. Zumindest stelle ich es mir so vor, hatte den Fall glücklicherweise nicht.
Proxmox ist gratis, heißt ich habe bis auf die Stromkosten und die Kosten für die Firewall und natürlich tomedo NICHTS an Lizenzkosten.
DrKeller
Ganz herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort! Haben Sie das Gefühl, Sie müssen regelmäßig an Proxmox irgendwie rumtüfteln? Sind Sie selbst Linux-affin oder haben Sie einen Linux-kompetenten IT-Partner?
Aus verschiedenen Gründen finde ich Open-Source-Lösungen sehr interessant und unterstützenswert.
Sie bringen mich gerade in die Zwickmühle (was hier etwas gutes ist) neuer Mac vs. Linux-Proxomox-Server...
Andreas Cepin
Bei der Proxmox Lösung brauchen Sie zwei neue Linux Rechner und jemanden der sich mit Linux und Proxmox auskennt.
Just saying ...
Virtualisierung ist aber natürlich eine sehr elegante Sache, nur nicht trivial ...
Jonas Kortemeier
Wir hatten einen guten Partner (Tubbetec) und ich bin selbst PC-affin (wobei null Linux Erfahrung). Mir helfen LLMs enorm, die sind ziemlich gut was Schritt für Schritt Anleitungen im terminal angeht.
Tüfteln nur aus Spaß und weil ich vergessen hatte bei der Installation drum zu bitten die Updates zu automatisieren.
Habe mir zu Hause das Proxmox Backup selbst auch als vm auf ein proxmox gemacht und möchte (virtuell hart getrennt) hier noch einen Medien Server drauf installieren.
Wir hatten vor unserem Umstieg vor 9 Monaten noch einen ziemlich dicken Server, da wäre es finanziell Wahnsinn gewesen einen Mac Studio zu kaufen.
Frederik Hantke
Als instant Sync-Lösung verwenden wir seit Jahren "Resilio Sync" (noch auf "Personal", da es damals noch keine Business-Option gab - hab bisher aber nichts vermisst), das sauber und sehr schnelle Synchronisationen im Netz durchführt, ohne den Umweg über TimeMachine gehen zu müssen (was jedoch trotzdem immer aktiv ist und zudem mit einem NAS ausserhalb der Praxis täglich abgleicht).
Bei uns läuft daher u.a. auf einer Synology, sowie auf dem Tomedo Server und dem Backup Server (Empfehlung: besser alten M1 als Intel Mac nehmen) ein Resilio Client, der dann die selektiven Tomedo relevanten Verzeichnisse im Einklang hält. Der Backup Rechner läuft wie ein normaler Rechner im Netz und bekommt alle üblichen Mac-, App- sowie Systemupdates genauso wie alle anderen eingespielt, hat jedoch den Tomedo Server explizit _nicht_ gestartet.
Sollte es dann mal einen Serverausfall geben, kann Tomedo Server auf dem Backup Rechner sofort gestartet werden und ersetzt per manueller Anpassung der IP-Adresse den ausgefallenen Server. So muss nicht auf jedem Client Tomedo angepasst werden.
Läuft bei uns soweit ohne Probleme.
Klaus Blickle
welche Einstellung haben Sie gemacht, dass der Server "explizit nicht startet "
kann das Programm während dem laufenden Serverbetrieb die Daten spiegeln oder sollten die tomedo Server Tools heruntergefahren werden ?
Frederik Hantke
Wir haben auf dem Backup Server Tomedo nicht im Autostart.
Ja, der Sync läuft im Hintergrund im laufenden Betrieb. Wenn eine Datei gesperrt ist, wird es zu einem späteren Zeitpunkt automatisch nochmals versucht. Spätestens während des nächtlichen Tomedo-Backups wird ja alles automatisch freigegeben und der Sync läuft durch.