Danke für den ausführlichen Einblick.
"das Gefühl haben, die Stabilität der Basisfunktionen stehe hinter neuen Features zurück, nehmen wir sehr ernst"
Das lese und höre ich öfters, nur würde ich mir da mehr Taten wünschen. Man erkennt hier durchaus Fortschritte. Jedoch würde ich mir wünschen es ginge schneller.
Ich vermisse in allen Bereichen ein wenig die klare führende Hand. Sprich, wir machen es aus folgenden Gründen hier so (und so nicht). Mein subjektiver (und damit nicht zwingend objektiv den Tatsachen entsprechender) Eindruck ist, jedes Team baut nach bestem Wissen und Gewissen 'irgendwie' vor sich hin. Für Testung und Doku bleibt schon mal gar keine Zeit.
Vier ausgewählte Beispiele:
1. Anstatt die Patientenformulare (PatFs) erst mal ergonomisch und fehlerfrei ans laufen zu bringen, wird stattdessen ein KI-Assistent präsentiert, welcher einem nun Formulare baut. Na toll! Ganz ehrlich? Vielleicht bitte erst mal das Auto so fertig konstruieren, dass es ohne Pannendienst bis zum nächsten Supermarkt kommt, anstatt einen autonome Fahrassistent vorzustellen, der mich damit auch bis nach Portugal fahren lassen könnte.
2. Datenschutz: Seit längerem frage ich mich, wann eigentlich der Haken für den rechtskonform ausgefüllten Datenschutzbogen kommt? Dürfte jede Praxis haben. Dürfte jede Praxis gerne sauber dokumentiert haben wollen. Soll ich mir da jetzt etwa mittels der lediglich sechs (!) patientenbezogenen Felder selbst was löten?
3. Terminerinnerung mit iCal-Dateien: Ein Thema was jedem das Leben erleichtert. Sowohl Praxis als auch Patient. Es ist jedoch nachwievor nicht möglich eine professionelle Terminerinnerung mit ICS-Datei zu versenden. Technisch geht das schon. Der Inhalt der ICS-Datei ist jedoch nicht 'patientenvorzeigbar'. Und nein, ich will dazu nicht extra den OTK2 buchen. Ich würde erwarten dies geht auch nativ mit normalen tomedo ohne Zusatzfirlefanz. Der Mitbewerb liefert hier professionelle ICS-Dateien, wo sogar die Zuwegung sauber beschrieben ist. Im tomedo geht das alles nicht. Auf Nachfrage wurde mit das Gefühl vermittelt ich sei der erste, der danach fragt und überhaupt, warum man so etwas denn brauche? Ganz ehrlich? Dann bietet es nicht an. Funktionen, die nicht mal alpha-Niveau haben, haben in der Produktivumgebung nicht zu suchen. Zum Frickeln hat keiner Zeit.
4. Wartelisten-Mgmt: Man kennt sie. Die gesonderte Warteliste, wo man alle die Patienten führt, die eben auf der Warteliste stehen weil gerade kein Termin verfügbar ist, sich jedoch morgen schon einer ergeben könnte. Lösung = null! Alles was bis dato vorgeschlagen wurde, ist nicht praxistauglich. Lösungen wurden angeregt. Wann (und ob überhaupt) diese umgesetzt werden, ist unklar. So bleibt es bei uns vor Ort der Zettel bzw. die Word-Datei mit sämtlichen Nachteilen.
5. CustomFormulare unter iOS: Ich habe verstanden einige Kommandos funktionieren nicht. Was ich nicht verstehe ist, wieso ein Ausfüllen von Formularen via iPad vom Marketing als tolle Lösung mit Einsparmöglichkeiten endgeldlich beworben wird, diese Lösung dann aber ergonomisch eine Zumutung und kaum patientenkompatibel funktioniert. Das ist ein nettes Proof-of-Concept. Mehr aber auch nicht. Es scheitert schon an mangelhafter Ergonomie, bei der mal die kleine, mal die große Tastatur aufploppt. Beide sind zwingend, da eine Eingabe mit Apple Pencil Pro eine Geduldsprobe für viele Patienten sein dürfte. Hat man all diese Hürden genommen, ärgert unsereins sich darüber, dass Text und Zahlenfelder nicht nachvollziehbar runterschiedlich verrückt werden, wodurch Inhalt nicht mehr leserlich dargestellt wird. Nun gibt es aber diese Lösung auch nicht erst seit gestern. Bin ich der erste, dem das auffällt? Ticket hierzu ist offen. Was dabei rum kommt, ist unklar. Ganz ehrlich? Wieder so ein Fall wie oben, wo das Marketing mir die Weltreise verspricht, die fertige Lösung jedoch noch nicht mal bis zur nächsten Ampel kommt.
Alles sind Vorgehensweise bzw. Prioritäten, welche ich einfach nicht nachvollziehen kann. Und dabei spreche ich von basalen Funktionen. Da wäre es schön, wenn dies laufen würde und eine produktiv benutzbare Qualität hätte. Zumal es - bei vorausschauendem Software-Design - wirklich keine Ressourcen kosten sollte, so einen ollen weiteren Haken für eine vorhandene Datenschutzerklärung einzubauen. Da kann mir auch keiner glaubhaft vermitteln, nur dadurch wird jetzt die Datenbank signifikant langsamer.