Stefan Bültmann
Mein Pegasus R4 RAID für die Praxis-Sicherung steigt immer mal wieder aus und blockiert damit die Update Prozesse. Nach über 10 Jahren Laufzeit und zweimaligem Festplattentausch während diese Zeit sei das völlig in Ordnung.
Ich suche nach einem zuverlässigen Nachfolger und würde gerne auch künftig mit mindestens 4 Platten oder SSD sichern wollen. Areca war mal eine Empfehlung, da Promise mit dem R12 eine für meine Zwecke überdimensionierte Version auffährt und Lacie ebenfalls vom Portfolio rausfällt.
Hat jemand einen Tipp?
Andreas Cepin
Moin Herr Bültmann!
Ich habe auch ein Pegasus R4 (seit ca 10 Jahren) und mache jetzt mir Sorgen...
Was genau meinen Sie mit "steigt aus" ?
Andreas Cepin
Eine KI-Suche ergab folgende Vorschläge. Hat jemand einen besseren Vorschlag?
1. OWC ThunderBay 4 (Der Flexibilitäts-Sieger)
Die ThunderBay-Serie von OWC gilt als Goldstandard für Mac-Nutzer. Sie nutzt SoftRAID, eine extrem leistungsstarke Software-RAID-Lösung, die speziell für macOS optimiert wurde.
Anschluss: 2x Thunderbolt 3/4 (ermöglicht Daisy-Chaining von weiteren Geräten).
RAID-Level: 0, 1, 4, 5 und 10.
Vorteil: Sehr einfach zu warten. Falls eine Platte ausfällt, informiert dich die Software sofort. Du kannst das Gehäuse "leer" kaufen und eigene Platten einbauen oder vorkonfiguriert erwerben.
Besonderheit: Die SoftRAID-Engine ist oft performanter als billige Hardware-RAID-Controller.
2. SanDisk Professional G-RAID Shuttle 4 (Das Kraftpaket)
Ehemals unter dem Namen "G-Technology" bekannt, ist dies die erste Wahl für Videografen und Kreative, die Hardware-RAID bevorzugen.
Anschluss: Thunderbolt 3 und USB-C (kompatibel mit USB 3.0/3.2).
RAID-Level: Hardware-RAID 0, 1, 5 und 10 (ab Werk meist auf RAID 5 eingestellt).
Vorteil: Ein echtes Hardware-RAID. Das bedeutet, der Prozessor im Gehäuse übernimmt die Rechenarbeit, was deinen Mac entlastet.
Robustheit: Es verfügt über einen integrierten Tragegriff und ist für den mobilen Einsatz am Set konzipiert.
3. LaCie 1big Dock / 6big (Die All-in-One Lösung)
Wenn du nicht nur Backup, sondern auch eine Dockingstation suchst, ist LaCie (Premium-Marke von Seagate) sehr stark.
Anschluss: Thunderbolt 3 (kompatibel mit USB-C).
RAID-Level: Die 6big oder 12big Modelle bieten RAID 5/6. (Hinweis: Die kleinere 2big bietet nur RAID 0/1, kein RAID 5).
Vorteil: Die Gehäuse sind extrem hochwertig verarbeitet und bieten oft zusätzliche Anschlüsse wie SD-Kartenslots oder DisplayPort direkt an der Vorderseite.
Service: Oft ist ein "Rescue Data Recovery Service" für mehrere Jahre inklusive.
Stefan Bültmann
Lieber Herr Cepin,
danke für die Recherche. "Aussteigen" bedeutet folgenden Status: Die Pegasus läuft und ist als Symbol gemountet. Beim Anklicken reagiert sie nicht, ebenso über Navigation per Terminal. In Folge dessen kann Tomedo beim Backupvorgang nicht darauf zugreifen und bleibt in der Schleife hängen. [Mac Mini M2]
Konsekutiv verweigert der Finder (seit den letzten zwei Apple Betriebssystemen - also eher unabhängig davon) seinen Dienst und bringt den Strandball, startet auf Tastatur-Shortcut oder "sudo kill" nicht neu - selbiges über Aktivitätsanzeige. Konsequenz: TomedoServer kann nicht konventionell heruntergefahren werden.
Lösung: vor Ort sein, die Pegasus mit dem Thunderbolt Kabel trennen, deren Stecker ziehen (manchmal geht auch 5 Sekunden Haupt-Knopf), wieder starten lassen. Aus der Ferne steht mir keine Lösung zu Verfügung, wobei eine zweite mobile Platte die Sciherung übernimmt und lokal nicht gearbeitet wird, sodass ich keinen Datenverlust bei einem Ausfall durch den Zustand hätte.
Die Frequenz des Auftretens dürfte bei so 1-2 Malen pro Monat liegen, entstauben der Plattenschächte und des Lüfters haben keine Änderung bewirkt. Da die R4 sowie die Software dazu End of Life sind und das vermutlich am Controller der meinigen liegen dürfte, will ich hier Abhilfe schaffen. Würde es an der Firmware liegen, hätte es also auch keine Konsequenz.
Fazit: wenn Ihre ruhig läuft, dann würde ich das nicht all zu hoch hängen. Warten wir mal ab, wer mit welchem RAID Erfahrungen hat und zufrieden ist.
Andreas Cepin
Tja, da müssen sie wohl die Hardware ersetzen! Viel Erfolg und vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! Liebe Grüße!
Dirk Küpper
Wie viel GB Daten müssen täglich, nachts und automatisiert wohin gesichert werden?
Stefan Bültmann
Brutto ist das schwer zu sagen, 300GB ca. je Tagessicherung und der Files-Ordner. (Falls die Frage in Richtung Cloud zielen sollte - definitives Nein.)
Stefan Bültmann
Ich werde prognostisch die Areca ARC-8050T5U-4A nehmen, die jetzt CE bekommen hat und hohe Übertragungsraten, sowie eine zusätzliche RJ-Buchse zum Ansteuern hat; bei den Speichermedien kann man auch SAS-Platten statt SATA (oder künftig NVRAM je nach Einschub) verwenden. Die Übertragungsrate dürfte weniger beim Sichern, sondern mehr bei der Wiederherstellung eine Rolle spielen.
Dirk Küpper
Da sind SSDs bei der Datenmenge schon lohnenswert. Für jede Nacht eine. Cloud würde nur verschlüsselt und automatisiert optional/zusätzlich sein, wenn der Upload schnell genug ist.
Dr.Christoph Hainich
Moin,
Netzstecker ziehen und wieder einstöpseln übernimmt ein remote Netzschalter, der über den Router angesteuert wird. Der RAID-Server dürfte autostartfähig zu konfigurieren sein. Wären für Fritz Smart Energy200 €49. Wo mehr Mechanik ist (rotierende Platten), gibt es, je nach verbauter Qualität unterschiedlichen Verschleiß.
Grüße aus dem wilden Harz
Andreas Cepin
FÜr RAID Backups sind UNBEDINGT die hochwertigen Server-Festplatten zu empfehlen. Bitte keine "einfachen" Desktop Platten nehmen. Wer da spart, spart am falschen Ende!
Dirk Küpper
Wobei man im Hinterkopf haben muss das EIN Raid kein Backup ist. Geht das Gehäuse flöten, wünscht man sich schnell ein zweites Backup auf einem anderen Datenträger. Klassiker mit der 3-2-1 Backup Regel usw.
Martin Berthold
Darf ich mal nachfragen, was ein RAID allgemein für Vorteile bringt? Wir haben aktuell auch noch ein altes Pegasus 2 R6 Raid, welches an einem alten macMini hängt, da keine Treiber mehr für M-Prozessoren bzw. neuere macOS-Versionen verfügbar sind. Vor etlichen Jahren hat der Server das RAID als Startvolumen genutzt und da macht es ja auch Sinn, dass bei einem Festplattenausfall der Server einfach weiterarbeiten kann, weil die Festplatten gespiegelt sind. So wie ich das verstanden habe, unterstützt macOS seit einigen Jahren das Booten von Fremdlaufwerken nicht mehr (oder nur noch eingeschränkt?), weshalb unser RAID jetzt einfach als tomedo-Backup fungiert.
Wir haben folgende Backups: Wechseldatenträger als außer-Haus-Backup (Tandberg Data RDX-Tapes), tomedo Cloud-Backup, externe Samsung SSD für tomedoBackup und eine weitere externe Samsung SSD für ein TimeMachine-Backup des Servers. Aktuell eben noch zusätzlich das alte RAID, würde das RAID (samt altem macMini) aber eigentlich gerne abbauen. Bringt ein neues RAID im Vergleich zu den o.g. Backup-Varianten Vorteile?
Andreas Cepin
Ein RAID Level 5 schützt vor Defekt einer Platte. Das System läuft weiter trotz defekter Platte. IdR kann man die Platte im laufenden Betreib austauschen und der Inhalt wird rekonstruiert. Bei Level 6 können 2 Platten ohne Schaden ausfallen.
Martin Berthold
Und das RAID springt quasi nahtlos ein, wenn die Mac-interne Festplatte abrauscht? Oder funktioniert das nur, wenn das RAID als Systemlaufwerk ausgewählt ist?
Dirk Küpper
Nein, das macht in der Regel ein RAID extern was nur als Backup genutzt wird an M-Prozessoren nicht. Apple verhindert in der Regel das Booten von externen laufenden Systemen.
Andreas Cepin
Genau. Ein RAID-System ist lediglich ein Backuplaufwerk mit redundanten Festplatten.
Stefan Bültmann
HDD reicht da IMHO locker, weil die ganze Nacht Zeit ist
Dirk Küpper
Wenn man für das zurück spielen des Backups auch viel Zeit hat ist eine HD okay. Bei Datenmengen um 300GB hätte ich persönlich zu viel Hummeln im ....... Das würde mir zu lange dauern.
Stefan Bültmann
Ich setze im Rahmen meiner OpSec privat und geschäftlich auf RAID 6 und parallele Backups auf einzelnen Platten in rollierender Reihenfolge. Geschwindigkeit ist IMHO sekundär bei der Frage der Archivierung, sodass ich in diesem Bereich keine SSD einsetze. Vorteile der SSD wären z. B. Geräuschpegel oder Speed.
Wer schon mal einen Incident handeln musste oder einfach nur rekonstruieren weiß, dass alles "übers Netz" - sofern zu dem Zeitpunkt Internet verfügbar ist - allein schon ein internes 1000er LAN extrem Zeit kostet. Bei einem Incident muss man von einem augefallenen Router oder Kappung der Außenwelt aus Sicherheitsgründen ausgehen. Cloud wäre für mich keine Option, lediglich als "nice to have" auf meinem privaten physischen Server, den ich anfassen kann. Damit ist ein USB 3.2 oder Thinderbolt/USB-C vor Ort obligat.
Bei der Lebensdauer und Auswahl von HDD orientiere ich mich an den empirischen Daten von Backblaze, lese meine kumulative Laufzeit (uptime) aus und wechsle dann im Vorfeld oder halte Ersatz bereit. Beide Optionen sind dann ein Freiheitsgrad durch RAID 5 respektive 6. Egal ob SATA oder SAS - definitv eine Platte für Dauerbetrieb aus der Enterprise-Klasse wie Herr Cepin schrieb. Billig heißt Ärger und billiges Angebot könnte ein umgelabeltes gebrauchtes Produkt mit modifiziertem Controlle-Eintrag sein. Letzteres war in der Vergangenheit immer wieder ein echtes Ärgernis für die namhaften Hersteller und selbst honorige Händler.
https://www.heise.de/news/Betrug-mit-Seagate-Festplatten-Festnahmen-in-Malaysia-10530697.html
Da der Controller-Defekt angesprochen wurde: der Einwand ist korrekt, dass man dann mehrere Platten des Arrays hat und diese wieder "zusammensetzen" muss. Für RAID 0 und 5 gibts dafür Hilfen wie RAID Reconstructor, auf Linux dürfte da auch einiges gehen. Ich hatte das nur einmal bei einer alten Lacie2Big, die ein "Pseudo-RAID" war, da die Firm- bzw. "Software" mit auf den Platten lief. Aus diesem und einigen anderen Gründen habe ich Lacie ein wenig den Rücken gekehrt, obwohl die Laufwerke schön stylisch aussahen und bis heute noch ihren Dienst versehen. Für die Tagessicherungen nehme ich weiter Lacie Rugged Drives.
Ebenfalls angesprochen: Start des Mac über das Betriebssystem auf dem RAID - die ursprüngliche Tomedo-Auslegung. Das vermisse ich sehr, weil a) sinnvoll und b) robust. Mac wechseln und weiterarbeiten. Das hat Apple leider durch die Sicherheits-Policy rausgekeglt. Spekulativ dürfte das aber auf einem Linux-Server weiter möglich sein.
Die Areca ARC-8050T5U-4A ist jetzt bestellt und kommt mit Seagte EXOS SATA HDD.