Florian Madl
Hallo zusammen,
wir haben uns einen eigenen GDT Import gebaut, der aus eingehenden Mails (auch Faxe) die Anhänge (i.d.R. PDFs) analysiert, einer Patienten-ID zuordnet (anhand erkannter Name im Text mittels OCR bzw. Vision Framework) und ein importierbares GDT File mit hinterlegtem PDF Anhang erzeugt welches dann automatisch in Tomedo importiert werden kann. Funktioniert grundsätzlich auch alles wunderbar, der entsprechende Karteieintrag mit entsprechendem Text und Anhang wird in tomedo angelegt, allerdings wird auch immer das GDT File mitimportiert. Das hätte ich gerne ausgeschlossen. Gibt es dafür eine Möglichkeit?

So sieht unsere GDT Import Config aus. Vermutlich wird die GDT automatisch hinzugefügt, da der Karteieintragstyp als Standardmedientyp "Anhang" hinterlegt ist. Muss er ja auch sein, sonst kann ich das im GDT File beschriebene PDF nicht als Anhang hinzufügen.
Danke vorab schonmal für die Hilfe
Herzliche Grüße
Florian Madl
Jan Smid
Hi,
das Projekt klingt spannend. Vielleicht möchten Sie dazu 1-2 kleine Sceenshots posten?
-js
Johannes Stößel
Da hänge ich mich mal dran.
Florian Madl
Screenshots gerne wenn es fertig ist und läuft. Aktuell ists noch ein Prototyp. Aber kurze Info dazu:
Wir wollten den Prozess automatisieren, diverse Befunde die wir von Kollegen und/oder Kliniken per Mail, Fax (kommt auch als Mail) und evtl. später auch KIM bekommen, automatisch dem richtigen Patienten in die Kartei zu schreiben mit entsprechendem Vidiereintrag für den behandelnden Arzt. Aktuell ist das ein manueller Prozess. Man öffnet den Anhang einer Mail/Fax, schaut für welchen Patienten das ist, sucht den Patienten in Tomedo, zieht den Anhang in die Kartei, vergibt einen sinnvollen Titel (bspw: "MRT Knie links vom 01.01.2026") und setzt manuell das Dokument auf zu vidieren, damit der Arzt auch mitbekommt, dass da was neues zum Lesen ist.
Ich habe ein relativ schlichtes Swiftprogramm geschrieben, welches sich erstmal per IMAP (readonly) auf den Mailaccount schaltet und die Mails mit Anhang raussucht und die Anhänge speichert.
Anschließend gehts los mit der Texterkennung, wir wollen ja wissen für wen der Befund ist. Das passiert entweder mit simplem pdfkit oder Apples Vision OCR (meist bei Faxen, da dort kein separater Textlayer im PDF vorhanden ist).
Für den Namensabgleich, verwendet das Programm eine lokal exportierte Patientenliste im CSV Format (Nachname, Vorname, Geb.Datum, Patienten-ID). Wird also ein Name aus der CSV Datei im PDF gefunden und zusätzlich auch noch ein Datum, das dem Datum aus dem Namensmatch entspricht (Geburtsdatum), dann kann man davon ausgehen den richtigen Patienten zu haben. Hier ist ein kleines scoring implementiert, damit auch Befunde ohne Geb.Datum zugeordnet werden könnten, das funktioniert aber meist eher schlecht als recht, da bspw. auf Klinik Befunden die halbe Belegschaft namentlich im Briefkopf oder in der Fußzeile hinterlegt ist. Lässt sich aber sicher noch optimieren.
Wenn es also ein Match gibt, wird eine GDT Datei im entsprechenden Format angelegt. Diese enthält auch immer die Patienten-ID wodurch die zuordnung in Tomedo dann auch richtig klappt. zusätzlich ist in der GDT der Pfad zu einem Dateianhang (dem PDF das wir ja eigentlich haben wollen) angegeben. Jetzt muss man im Tomedo nur noch den GDT Import konfigurieren (siehe Screenshot oben).
Zusätzlich habe ich noch eine relativ statische Erkennung für die ordentliche Benennung des Befunds implementiert. Er sucht also gezielt nach Untersuchungen im Text wie MRT, CT, Röntgen, Knochendichtemessung usw.
Zusätzlich wird nach Organen, Gelenken usw. gesucht. Dazu ein Datum das in der Nähe steht.
Meist steht ja in einem MRT Befund sowas wie "MRT des linken Knies am 01.01.2026".
Auch diesen "sinnvollen" Dokumenten Namen kann ich im GDT übergeben. Damit wird ein wirklich sauberer und ordentlicher Karteieintrag angelegt. Funktioniert alles prima, aber es ist halt noch die GDT Datei auch als Anhang im Karteieintrag. Der zweite Anhang ist dann erst das eigentliche PDF, der Befund. Die GDT brauche ich nur für den automatischen Import, nicht aber in der Kartei des Patienten
Vorher hatte ich es über den "simplen" Dateilauscher Import für Karteieintragstypen versucht, allerdings muss dafür im Dateinamen die Patienten-ID stehen wenn ich eine automatische Zuordnung erreichen will.
Dann wäre der Name der zu importierenden PDF Datei bspw: 123456_MRT_Knie_rechts_vom_01-01-2026.pdf. Funktioniert auch, aber dann steht halt auch im Karteitext eben dieser Dateiname mit der hübschen Büroklammer vorne dran. Wir möchten hier aber einen klar leserlichen Namen, der sich auch später ohne Anpassung bspw. in die EPA ziehen lässt.
So, ich hoffe es war einigermaßen verständlich, bei Fragen gerne melden.
Achso noch zur Info: alles läuft lokal, keine Daten gehen nach außen, auch für die Befunderkennung wird keine KI oder ähnliches genutzt. Das war uns wichtig.
Johannes Stößel
Das klingt sehr spannend. Wie läuft das denn ab? Also mit welchen Programmen?
Florian Madl
Selbst geschrieben in Swift ;-)
Christian Schacht
Hallo Herr Madl,
ich arbeite an einer ähnlichen Lösung mit n8n. In diesem Zusammenhang hatte ich auch schon mal nachgefragt, ob die GDT beim Import nicht für den Karteieintrag ausgelassen werden könnte.
Ich fände es klasse, wenn über eine Checkbox diese Funktion ein- und ausgeschaltet werden könnte. Bei dem, was noch alles an Entwicklungen kommen wird, wäre das für viele sicher ein willkommenes Feature.
Best Grüße aus Augsburg
Christian Schacht
Florian Madl
Haben Sie denn eine Rückmeldung von Tomedo bekommen?
Frederik Hantke
Ich baue uns auch so etwas, aber wir gehen den alternativen Weg über den Dateilauscher. Hierüber kann ebenfalls eine Patientenzuordnung über den Dateinamen (ohne Patienten-ID, nur Name, Vorname und Geburtsdatum) stattfinden.
Johannes Stößel
Und wie sieht dann der Workflow aus?
Florian Madl
ja das hatte ich auch zuerst, allerdings lässt sich darüber nicht steuern wie der Text im Karteieintrag dann aussieht, bzw. hat dieser immer den Dateinamen, der ja dann zwangsläufig die Patienten-ID enthalten muss. Das stört uns in Folgeprozessen wie bspw. die Datei in die ePA zu ziehen. Dafür müsste (sollte) sie ja ordentlich und leserlicht benannt sein
Florian Madl
Lieber Herr Stößel,
ich dachte das hätte ich äußerst ausführlich im Kommentar oben beschrieben ;-)
Haben Sie dazu konkrete fragen? Dann versuche ich sie gerne zu beantworten.
Frederik Hantke
Patienten-ID ist nicht nötig. Wir verwenden nur Name, Vorname und Geburtsdatum (als übergeordnetes Verzeichnis). Als Dateinamen schreiben wir dann z.B. "05.03.2026 - Bericht CT xyz, Radiologieinstitut abc".
Aber ja: wir haben die Büroklammer und die Dateiendung mit drin. Was noch Gegenstand von weiterer Entwicklung ist ;-)
Florian Madl
ja das geht natürlich auch, aber wenn ich Sie richtig verstanden habe, müssen Sie den Karteieintragstext dann noch manuell anpassen. Eben das möchte ich vermeiden, sonst könnte ich das ja per Drag and Drop weiterhin machen wie bisher. Patientenakte öffnen, Karteieintrag anklicken, Karteieintragstext ordentlich benennen. Darin sehe ich keinen Mehrwert
Frederik Hantke
Deswegen läuft eigentlich noch die Bitte an Tomedo, die Büroklammer bei Dateieinträgen nicht automatisch hinzuzufügen. Auch wäre beim Dateilauscher eine Option, die Dateiendung wegzulassen, aus meiner Sicht keine Rocket-Science.