Problem:
wir haben täglich zu viele Folgerezeptbestellungen als dass diese ein Arzt verantwortungsvoll signieren kann (denn dazu müßte bei jeder Anfrage die Akte geöffnet werden)
ABER: den MFAs ganz zu vertrauen geht auch nicht (denn ein Verordnungsfehler einer MFA hat einen ganz anderen Schweregrad (...geht gar nicht...!!!, weil MFA Rezepte nicht signieren darf) als der eines Arztes (...kann ja jedem Arzt passieren...).
e Rezept Verschreibungen machen den Verschreibungsprozess nicht sicherer, solange ich den MFAs vertraue, eRezepte auszustellen und zu signieren (wie vorgeschlagen im Tomedo Handbuch: "Workflows und Problemlösungen rund um das E-Rezept" --Workflow 4&5; Workflow 3 ist eine Verbesserung, solange der MFA kein Fehler unterläuft)
DAHER braucht das "Mediks" Fenster die Möglichkeit, unterschiedliche BERECHTIGUNGEN festzulegen (also zwischen Arzt und MFAs, oder allgemein für verschiedene Mitarbeiter. Dies ist ja in anderen Bereichen schon erstklassig gelöst, nur nicht für die "Mediks" Seite) Es gab ja bis ca Mai 2024 schon eine working group um Fau Lindner, ist dann aber wohl im Sand verlaufen. In dieser Gruppe wurden ja schon manche Pläne vorgeschlagen, diskutiert etc (siehe unten).
Hintergrund der Aktualität: Nach einer Novaminsulfon Verordnung kam es zu einer sehr schweren Sepsis mit sehr schweren Komplikationen.
(Hätte die MFA den in der Rezeptausstellungszeile unter "Eigener Text/Begründung" hinterlegten Warnhinweis zur Agranulozytose angeklickt und diesen damit auf dem Rezept gespeichert, gäbe es jetzt keine Erklärungsprobleme, ob diese Warnung ausgesprochen wurde...)
Ein Vorschlag könnte so aussehen:
Grundsätzlich ist es wichtig, dass der aktuelle Medikamenten-Verordnungsstand klar ersichtlich ist. Also, welche Medikamente sind aktuell im Gebrauch: diese Information sollte eins zu eins im Reiter „Plan“ abgebildet sein.
Zu unterscheiden sind dabei (Verschreibungstypen):
- Dauermedikamente: Definition: Ende nicht geplant.
- Medikamente die regelmäßig eingenommen werden (tgl 1-mehrmals, wtl 1-mehrmals-z.B. auch jeden 3. tag (alle 72 Stunden). z.B.: die meisten Medikamente für die klassischen chronischen Erkrankungen: Antidiabetika, Antihypertensiva, etc
- Medikamente, die unregelmäßig, also bei Bedarf, eingenommen werden. Ende nicht geplant. z.B: Triptane
- Akutmedikamente: Definition: Ende bestimmt.
also Medikamente, die für einen kurzen Zeitraum und mit absehbaren Ende eingenommen werden. (z.B: Gelegenheit-Antibiotikum, Gelegenheit-Schmerzmittel)
Für den Reiter „Plan“ bedeutet dies, dass
- Dauermedikamente darin Bestand haben sollten
- Akutmedikamente daraus nach einem festgelegten, definierbaren Zeitraum automatisch gelöscht werden sollten.
Zur Pflege des Reiters „Plan“ ist dann ein „medication review“ notwendig.
- Dieser muss (sollte) in regelmäßigen Abständen erfolgen (oder aber auch opportunistisch)
- Dieser muss (sollte) ausschliesslich von einem Arzt unternommen werden, der dann damit die Verschreibungsverantwortung übernimmt.
- Die Häufigkeit (Frequenz) eines medication review wird ebenso ausschliesslich von einem Arzt festgelegt.
- Das Datum des zukünftigen medication review Datums muss klar sichtbar hinterlegt sein
Für Wiederholungsrezepte aus „Plan“ bedeutet dies:
- Dauermedikamente dürfen von Berechtigten so lange ausgestellt werden oder als eRezept signiert und versendet (Berechtigung notwendig), wie ein medication review noch nicht abgelaufen ist.
- Ist der medication review überfällig, ist eine Rezeptausstellung für MFA nicht mehr möglich.
- Für weitere Rezeptausstellungen ist dann die Einschaltung eines Arztes (oder einer Person mit medication review-Berechtigung) notwendig, der mit einem medication review die Verschreibung aus dem Medikationsplan für Personen ohne Verschreibungs-Berechtigung wieder ermöglicht.
- Voraussetzung dafür ist, dass das die „reicht bis“ Datumskalkullation Beachtung findet und gepflegt wird.
Medikamente die in „Bisher“ gelistet sind oder Neuverschreibungen
Können wie im Workflow 3 des Handbuchs behandelt werden, also von MFA vorbereitet aber vom Arzt zu signieren.
Hier der Auszug aus dem Handbuch, Workflow 3: (aus Sicherheitsgründen wäre das Rezept immer gesperrt):
„Aktivieren Sie die tomedo® Einstellung unter Praxis → Mediks „Hinweis für signierenden Arzt beim Verordnen abfragen“. Ist diese Einstellung aktiviert, erscheint ein Hinweisfenster pro Rezepttyp (rot, blau, grün) mit der Auflistung der zu verordnenden Medikamente. In diesem Hinweisfenster hat die MFA die Möglichkeit den Status (Freigegeben, Hinweis, Gesperrt) zu setzten sowie einen Text für den Signierenden Arzt zu hinterlassen, wie z.B. „Verordnung bitte Prüfen“ oder „Medikament nicht im MedPlan“. Später prüft, signiert und versendet der verantwortliche Arzt die E-Rezepte, für die er verantwortlich ist, aus der Inbox oder E-Rezept-Verwaltung heraus. Ist der Verantwortliche Arzt verhindert, kann auch ein anderer Vertragsarzt dieses E-Rezept in der E-Rezept-Verwaltung (nicht Inbox) auswählen, signieren und versenden, wenn der Verantwortliche Arzt für die Verordnungen aktualisiert wird.“
Verordnungsbefugnisse: (Berechtigungen)
- Verordnungsbefugnis für Hilfsmittel: Toilettensitz, Badewannenlifter, (eher einmalige Ereignisse) Schuheinlagen (auch regelmäßig 6-12 monatlich), etc
- Verordnungsbefugnisse für Medikamente akut (z.B. auch Verahs), OTC Präparate; dezidierte Hausliste
- Befugnis für medication review
- Uneingeschränkte Befugnisse
ALL DIES SOLLTE VON JEDER PRAXIS FREI AN- UND ABWÄHLBAR SEIN, JE NACH SICHERHEITSBEDÜRFNIS, PRAXISWORKFLOW, VORLIEBE...