Moin,
so... nun läuft es endlich.
Damit sich der Rest hier nicht frustiert den Wolf sucht (und der Psychiater sich am Ende noch selbst einweist), möchte ich die von mir für selbst gebaute Lösung an die Community zurückgeben.
Problem: Patienten müssen auf Ihre Widerspruchsmöglichkeit für sensible Diagnosen in die ePA hingewiesen werden.
Anforderung: Die jeweilige Entscheidung des Patienten möchten die Ärztinnen optisch deutlich/plakativ direkt in der Patientenakte sehen. Also ohne Klickarie.
Nun stellt sich die Frage, wie man es elegant (!) macht, also ohne komplexe Sonderlocken oder Firlefanz mit Aktionsketten zu bauen (wo dann am Ende keiner mehr durchblickt, was wie wo gemacht wird).
Bis dato gab es nativ im tomedo keine wirklich 'schnuffige' Lösung, außer mit eigenen Markern zu arbeiten. Dank der zahlreichen Rückmeldungen hat zollsoft bzw. Fr. Geis mit der v162 umfassend nachgebessert und die entsprechenden Felder nun ansteuer und auslesbar gemacht.
Lösung:
1. CustomFormular erstellen bzw. anpassen.
Hier kommt der jeweils individuell von der Praxis genutzte Aufklärungstext rein. In unserem Fall hat das Formular das Kürzel "GOV" für Governance. Innerhalb dieses Textes wird dann die hier relevante Gretchenfrage gestellt. In unserem Fall bewusst nicht ausschließlich nur positiv, sondern explizit auch negativ.
Vorgehakt ist natürlich nichts (Use Case 'Neupatient'), es sei denn es gab aus der Vergangenheit bereits eine Einlassung des Patienten hierzu (Use Case 'Bestandspatient'). Hintergrund sind zu starken Nudging evtl. entgegenstehende datenschutzrechtliche Formvorschriften. Denn dadurch könnte eine Erklärung schlimmstenfalls formal unwirksam sein.
Das kann dann z.B. so aussehen:

2. Zwei (!) Ankreuzfelder erstellen
Für den Haken bei "einverstanden", wählt man unter zurückschreiben die seit v162 verfügbare Möglichkeit "Patient EPA - allgemeine Erlaubnis". tomedo erzeugt dann automatisch im darüberliegenden Feld "Vorbefüllung" eine Syntax
$[&p.patientenDetails.ensuredEpaDatenschutzAngaben.allowsEpaGeneral]$
Soweit mal der bereits im Handbuch beschriebene und damit triviale Teil.

Willigt der Patient nun mit "einverstanden" ein, hakt tomedo über das Kommando das entsprechende Feld in der Akte an. Es ist ja seit November auch schon möglich das ePA-Flag komplett über die Einstellungen abzuhaken. Damit kann sicher ausgeschlossen werden, dass nicht unbewusst plötzlich hochsensible Daten doch irgendwie hochgeladen werden (und es dann zu spät und das Kind in den Brunnen gefallen ist).
Wem das soweit bereits reicht, kann hier aufhören zu lesen.
Folgend kommt aber, zumindest in unserem Fall, noch der Negativwert. Damit kann valide ausgeschlossen werden, der Patient sei irgendwie unklar in seiner Äußerung gewesen.
Leider ist nirgends so richtig beschrieben, wie man dies jetzt löst. Zwar gibt es ein "allow", aber eben kein "willKeine" wie sonst bei vielen Kommandos. Man will ja sicherstellen, wenn jemand nicht "einverstanden" angehakt hat, auch diese Einlassung wieder im Rahmen einer Aktualisierung durch den Patienten vorzubefüllen.
Im Forum gibt es aber einen coolen Beitrag vom ZS-Entwickler Steven Bürger, wie man sich das hinlöten kann. Der Trick sind verschachtelte Kommandos!
/d/111233
3. Im Negativankreuzfeld "nicht einverstanden" ein verschachteltes Kommando für die Vorbefüllung nutzen!
$[&p.patientenDetails.ensuredEpaDatenschutzAngaben.allowsEpaGeneral]$
Um das Basiskommando ziehe ich hier jetzt einfach noch ein eine Kommando/Befehl drum herum.
$[if BEISPIEL zs_equals 0 X]$
Das prüft, ob "BEISPIEL" gleich "0" ist und wenn das wahr ist, wirft es dann "X" aus.
Verschachtelt sieht es dann so aus:
$[if $[&p.patientenDetails.ensuredEpaDatenschutzAngaben.allowsEpaGeneral]$ zs_equals 0 X]$

Folgend wird der Haken, je nach Präferenz des Patienten immer sauber gesetzt und ausgelesen! Es gibt also keine Unfallgefahr mehr.
Abschließend noch die Kür mit der optisch gut erkennbaren Darstellung.
4. Abschließend automatische Marker zur optischen Anzeige der ePA-Präferenz erstellen
Bei den automatischen Markern baut man sich nun einen für den Fall 'ePA einverstanden' und einen für 'ePA nicht einverstanden'. Wie man die schlussendlich benennt, kann sich jeder selbst überlegen. Wir haben uns für eine sehr kurze, jedoch unmissverständliche Schreibweise entscheiden.


Wichtig ist ein Symbol, was man auch oben links neben dem Patienten ansatzweise noch erkennen kann - und zwar sowohl unter macOS wie auch iOS und auch unabhängig vom Hell- und Dunkelmodus. Da kann man sich was selbst stricken. Zusätzlich wird der Text ergonomisch ausgegeben, falls dieser in alternativen Ansichten ggfs. genutzt wird (z.B. von der MFA an der Anmeldung).
Der Code für den Reiter "erweitert" lautet dann:
array = select(karteieintraege, startQuartal=heuteQuartal-20, endQuartal=heuteQuartal)
for eintrag in array:
if(eintrag['typ'] == 'GOV'):
if('I-21_ePA_N: X' in eintrag['eintrag']):
returnvalue = 0
break
if(eintrag['typ'] == 'GOV'):
if('I-22_ePA_J: X' in eintrag['eintrag']):
returnvalue = 1
break
... und der prüft, ob in dem jeweils letzten vorliegenden Formular (= unterstellt es ist die letzten Einlassung des Patienten hierzu) das Haken bei "nicht einverstanden" oder "einverstanden" gesetzt wurde.
Man kann das sicherlich alternativ auch so bauen, dass direkt das mit v162 neu hinzugekommene ePA-Flag ausgelesen wird. Letzteres dürfte sogar noch besser sein, weil so nicht auf das Formular, sondern für die Anzeige stets auf den Haken im tomedo zurückgegriffen wird. Der Patient könnte sich ja im Alltag schließlich auch mündlich erklären. Jedoch dürfte dieser Use Case alleine schon wegen der problematische(re)n Nachweispflicht und Enthaftung für den Arzt / Psychiater vermutlich operativ eher selten gelebt werden.
Finales Ergebnis
Die Ärztinnen sehen links oben (hier unser Testpatient!) ein Symbol nach Ampelprinzip und weiter unten - falls benötigt - den Text. Gesetzt wird alles fluffig über automatische Marker.
Vorteil: Wesentlich geringeres Fehlerpotenzial, da ein quasi vollautomatisierter Prozess. Der Patient füllt aus und unterschreibt und fertig ist die Laube.
Ich hoffe die Lösung hilft anderen hier, das Handling mit der ePA bei hochsensiblen Diagnosen charmanter zu gestalten.
