Benjamin Dick
Hallo,
in unserer Psychotherapeutischen Praxis haben wir bislang die biografischen Fragebögen von Epikur/Ondasys eingesetzt. In Tomedo finde ich keinen Ersatz hierfür. Der Hogrefe Katalog hält ebenfalls keinen biografischen Fragebogen vor.
Gibt es in anderen Psychotherapeutischen Praxen eine Lösung für den Anwendungsfall?
Unser Hintergrund: Der biografische Anamnesefragebogen sammelt Informationen zu prägenden Lebensereignissen, der Entwicklung, aktuellen Lebenssituation, familiären und sozialen Beziehungen, Schul- und Berufslaufbahn, sowie individuellen Zielsetzungen für die Therapie. Wir nutzen die Angaben oft und gern in Gutachten oder Therapieanträgen.
Die Patienten müssen teilweise sehr umfangreiche Angaben machen und komplexe Themen schildern, je nach Fall. Daher muss die Möglichkeit bestehen den Fragebogen als Patient zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt weiter machen zu können.
Ich bin für Hinweise dankbar und unterstütze auch gern eine gemeinsame Lösungsfindung.
HG, Benjamin Dick
Christian Oeser
Dies lässt sich sehr gut mit den Formularen von Arzt-Direkt umsetzen und entweder an Termine mit anbinden oder einfach per Email so versenden. Es kann somit auch in einem Bericht zusammengestellt und in die Kartei übernommen werden. Eine Alternative wäre auch Tools zu verwenden, wie Simpleprax. Es gibt sicherlich noch andere.
Christian Schacht
Hallo Herr Dick,
ich nutze in meiner Heilpraktiker-Praxis dafür die Formulare von SimplePrax. Diese lassen sich per GDT-Schnittstelle automatisch in die Patientenakte einlesen und verfügen auch über eine Fließtextfunktion, die die Angaben im Formular direkt umsetzt. Mit dem Editor lassen sich beliebig strukturierte Fragebögen erstellen.
Beste Grüße aus Augsburg
Christian Schacht
Benjamin Dick
Danke Christian Oeser und Christian Schacht für die schnellen Antworten. Ich werde mir beide Lösungswege genauer anschauen. Bei den Onlineformularen von arzt-direkt hatte ich bislang das Verständnis, dass sie mit einem Mal durchgeackert werden müssen.
Ich werde berichten, wie es weiter ging.
Herzliche Grüße,
Benjamin Dick
Christoph Baumbach
Patientenformulare kann man leider bisher nicht unterbrechen. Das Problem kann man insofern linder, indem man den großen Bogen in mehrere Bögen aufteilt. Es ist grundsätzlich auch so, dass man den Bogen beliebig lange im Browser offen haben kann. So lange man den Tab offen lässt, kann man auch pausieren.
Ist sicher aber alles nicht ideal.
Eine ganz andere Alternative ist der Sprechstundenassistent. Man kann die biographische Anamnese im Gespräch machen und von der KI die Dokumentation dazu erstellen lassen. Hat den Vorteil, dass man die Angaben gar nicht erst lesen muss, sondern direkt auch tiefer fragen kann. Das eignet sich zumindest für einige Teile der Anamnese.
In Kombination kann man Sachen aufteilen und aufs wesentliche, schriftliche reduzieren und den Rest mündlich besprechen un dokumentieren lassen. Schön ist dabei auch, dass man später für das Gutachten oder die Umwandlung mehr Kontext hat. (klappt dann auch besser, wenn ein LLM da mit hilft.)
Christian Honey
Hallo Herr Dick,
Christian Honey hier vom Patientenformulare-Team. Ich habe das hier mit Interesse mitgelesen. Herr Baumbach hat recht: aktuell kann man die Daten in einem Patientenformulare nicht zwischenspeichern. Wir planen aber die Zwischenspeicheurng auf dem Gerät der Kunden, in Form von Cookies. Dann würden die bisherigen Antworten beim erneuten öffnen wieder erscheinen, solange der Nutzer das gleiche Gerät weiter nutzt und die Cookies nicht löscht.
Viele Grüße
Christian Honey
Benjamin Dick
Lieber Herr Honey,
vielen Dank, dass Sie die Diskussion im Blick haben. Die Möglichkeit einen Fragebogen zu unterbrechen und wieder fortzusetzen ist leider wirklich essenziell. Im psychotherapeutischen Bereich haben wir es oft auch mit Themen wie ADHS o.ä. zu tun, hier wäre der Frust sehr groß wenn bereits beantwortete Fragen verloren gingen. Wir überlegen, wie wir die Fragen über mehrere Formulare aufteilen können. Leider gibt es hier keinen Zwang/dezente Erinnerung daran, dass es noch weitere Formulare gibt die beantwortet werden müssen.
Mit Epikur haben wir den Dienst Ondasys genutzt. Damit ließen sich alle Fragebögen verwalten. Einer der Fragebögen war von Ondasys selbst und lizenzkostenfrei für die biogr. Anamnese.
Wir können als Praxis nicht zum Versenden unverschlüsselter Selbstauskünfte per Mail auffordern. Aber ein "senden Sie es per Post" würde uns in den Prozessen und der Auswertung vor andere Probleme stellen.. Über den Vorschlag von Herrn Baumbach (Sprechstundenassistent) denke ich auch schon nach. Das Praxisteam sieht hier die Gefahr, dass die Patienten nicht hinreichend tief reflektieren. Eine gewisse Selbsterkenntnis beim Formulieren von Zusammenhängen haben schon viele Patienten berichtet, das ist Teil des Prozesses der Behandlung.
Natürlich hatten wir in der Vergangenheit auch Ausreißer, die 6h an dem Fragebogen gearbeitet haben Aber das war auch nicht unser Sinn dieser Übung.
Herr Honey, sehen Sie eine Möglichkeit das Thema in einem gezielten Projekt oder Test anzugehen?
Danke allen für die rege Beteiligung!
Herzliche Grüße,
Benjamin Dick