Hallo Zusammen,
mit der Entbudgetierung der Hausärzte seit 01.10.2025 werden Hausärzte m.E. zwar am Ende (größtenteils) mehr Geld in der Tasche haben, aber gleichzeitig steigt das Prüfungs- und Regressrisiko enorm an, da die Kassen bekanntlich nicht auf dem Geld sitzen und dies gerne verteilen werden, sondern eher sparen müssen. Ich könnte mir daher sehr gut vorstellen, dass insbesondere der Fachgruppenvergleich ein wichtiges Instrument darstellt, um zu schauen, welcher Hausarzt plötzlich eine große Abweichung gegenüber seiner Fachgruppe hat. Mit Blick auf den Fachgruppendurchschnitt stellen sich mir ein paar Fragen, die ich gern hier diskutieren würde.
1) Wo nehmt ihr eure Zahlen zum Fachgruppendurchschnitt her? Ich kenne aus der KVNO Region nur die Frequenztabelle, in der die GOPs mit der "Häufigeit auf 100 Fälle", der "Häufigkeit der Vergleichsgruppe auf 100 Fälle" und "Abweichung ggü. der Vergleichsgruppe in %" ausgewiesen werden. Oder kennt ihr noch andere Quellen, aus denen man den Fachgruppendurchschnitt ablesen kann? Falls ja, wo findet man diese Werte?
2) Aus meiner Sicht ergeben manche Berechnungen aus der Frequenztabelle keinen Sinn um sie ordentlich zu vergleichen. Beispiel Psychosomatik. Dort wird die Häufigkeit nicht auf 100 Fälle bezogen, sondern auf die Summe der Scheine, die in dem Quartal eine 35100 bzw. 35110 drauf hatten. Also wenn ich zB 50 Scheine (mit 3510/35110) habe und 25x die 35100 abgerechnet habe, ist das Verhältnis 50%. Ein Fachgruppen-Kollege der 100 Scheine (mit 35100/35110) hat und 50x die 35100 abrechnet, hat auch das Verhältnis 50% und unsere Abweichung wäre 0. Trozdem hat der Kollege absolut gesehen viel mehr abgerechnet obwohl die Gesamt-Scheinzahl evtl viel geringer ist als bei uns. Der Bezug müsste doch eigentlich auf die gesamte Scheinzahl sein. Man will doch wissen, wie oft rechne ich psychosomatische Ziffern im Verhältnis meiner gesamten Patienten / Scheine ab und das dann vergleichen mit anderen Kollegen aus der gleichen Fachgruppe. Wie seht ihr das?
3) Die Frage führt etwas weg vom Topic, aber hat jemand Erfahrung mit einem BI-Tool was man gut an die Datenbank anschließen kann, um sich professionelle Dashborad zu bauen? PowerBI? Man könnte sich so Abfrage zu Plausiprüfungen und Wirtschaftlichkeitsprüfung bauen oder auch Dashboard zu Potentialen (Bsp. Pat X hat Diag COPD ist aber nicht im DMP, Potential X € mehr im Quartal). Das Cockpit ist ja schon ganz gut, aber es fehlt die Integration in die Statistik. Im Grunde müsste man fast jede Statistikabfrage im Dashboard darstellen lassen können.
Viele Grüße, Jonas Verbüchels