Nachdem wir Ende letzten Jahres komplett von Doctolib auf arzt-direkt umgestiegen sind, kam es immer mal wieder zu Anrufen seitens Doctolib. Dem Wunsch, ihr neues PVS einmal anzuschauen, kam ich aus Neugier dann nach. Bei einem wirklich sehr netten Termin gab es eine Kurzvorführung – inklusive KI-aufgemotztem Aaron und dem bekannten Kalender.
Vorweg: Das PVS wird nach den bisherigen Eindrücken tomedo sicher auf Jahre hinaus nicht das Wasser reichen können. Das ist aber hier wohl jedem klar.
Anders sieht das Bild beim Kalender und Sprachassistenten (Aaron) aus. Hier gibt es einige clevere Features, die sich meiner Meinung nach gut in arzt-direkt machen würden.
Aaron / Kalender:
Aaron ist nicht mehr mit dem „alten“ Aaron vergleichbar. Die Spracherkennung und Verarbeitung klappt erstaunlich gut. Das Transkript wird recht zuverlässig umgesetzt. Man kann mittels Schieberegler eine KI-Zusammenfassung generieren und zwischen KI- und Originaltext hin- und herschalten. Wie wird sich vitas hier entwickeln?
Sehr gute Umsetzung der Terminlimits: Beim Erreichen der Terminlimits wird automatisch ein Termin im Folgequartal vorgeschlagen, anstatt die Buchung komplett abzulehnen (wurde hier bereits diskutiert und seitens Zollsoft leider abgelehnt).
Organisation der Nachrückerliste: Bei Doctolib wird nur ein früherer Termin vorgeschlagen, wenn der ursprünglich gebuchte Arzt auch früher verfügbar ist. Bei arzt-direkt wird bei einem früher frei werdenden Termin jeder Arzt angezeigt. Das ist meines Wissens bei arzt-direkt zwar auf der Roadmap, aber noch nicht umgesetzt (und damit bei mehreren Behandlern aktuell kaum nutzbar).
Bei der Terminbestätigung kann man direkt wählen, ob man einen Termin verschieben oder absagen möchte. Bei arzt-direkt muss man über einen „Bearbeiten“-Button gehen. In der Praxis erleben wir, dass Patienten eher auf die Terminbestätigung per Mail antworten, wenn sie absagen, als den Button zu nutzen. So ist es deutlich niedrigschwelliger.

PVS:
Es wird eine Anmeldung per QR-Code geben, der in der Praxis aushängt. Der Patient wird dann automatisch in den Wartebereich gesetzt.
Nach Aussage von Doctolib ist es möglich, für jeden Patienten individuell festzulegen, welche Ziffern bei der Scheinanlage automatisch eingetragen werden sollen und in welchem Quartal. Das ist besonders interessant für Ausnahmeziffern im EBM und die Geriatrie-Ziffern, die häufig vergessen werden.
Wie sehen das die Kollegen?