Die Aktenanbieter planen wie hier zu erfahren ist eine verbesserte Volltextsuche in der ePA. Diese Funktion wurde auf Ende nächsten Jahres verschoben. Für die Versorgungspraxis ist das zu spät; bis dahin entwickelt sich die ePA zunehmend zu einer schwer nutzbaren Datenablage.
Zentrale Probleme
1. Fehlende Auffindbarkeit relevanter Informationen
Radiologen des benachbarten Klinikums laden automatisch Befunde hoch, jedoch häufig ohne Inhalt.
Einträge erscheinen formal korrekt, sind aber leer; vermutlich fehlerhafte Export-/Übertragungsprozesse im Kliniksystem.
Eine systematische Fehlerkorrektur findet offenbar nicht statt.
2. Uneinheitliche Dokumentenklassen und -typen
Keine verbindlichen Regeln zur Zuordnung von Dokumentenklassen und -typen.
Arztbriefe werden teils als „Bild“ klassifiziert.
Handschriftliche Notizen oder unleserliche Faxe werden hochgeladen, möglicherweise primär zur Abrechnungsoptimierung.
Strukturdaten der Krankenkassen umfassen teilweise hunderte Seiten; relevante Hinweise (Diagnosen, Prozeduren) sind vorhanden, lassen sich aber kaum effizient extrahieren.
Kritische Prüfung zeigt zudem häufig fehlerhafte oder unplausible Inhalte.
3. Fragwürdiger Nutzen von Bilddokumenten
Hochgeladene EKGs sind retrospektiv kaum fachlich verwertbar; sinnvoller wären qualifizierte Befundtexte – Ich lade ja auch nicht jedes Sonobild hoch oder den wöchentlich dokumentierten Fortschritt irgendeiner Wundheilung.
Röntgenbilder oder CT-/MRT-Bilder lassen sich auf normalen Arbeitsplatzmonitoren nicht diagnostisch sicher befunden.
Bilddaten sind ohne spezialisierte KI schlecht maschinell auswertbar und daher für die ePA in ihrer aktuellen Form wenig geeignet.
4. Patientenuploads ohne Struktur
5. Fehlende technische Infrastruktur zur lokalen Analyse
Für eine effiziente Auswertung wäre eine vollständige, maschinenlesbare Übernahme aller ePA-Daten dringend erforderlich.
Krankenkassen verfügen wahrscheinlich bereits über entsprechende Tools, Leistungserbringer jedoch nicht.
Datenschutzargumente (DSGVO) werden erwartbar als Hinderungsgrund angeführt, sind aber technisch lösbar.
Handlungsbedarf und Vorschläge
1. Verbindliche Regeln für Dokumentenklassifizierung
Standardisierte, verpflichtende Zuordnung von Dokumentenklassen und -typen.
Automatische Validierung beim Upload (z. B. Warnung bei Arztbrief als „Bild“).
2. Maschinenlesbare Gesamtexporte
Möglichkeit, per Klick alle Akteninhalte lokal strukturiert auszuwerten.
Temporärer lokaler Speicher, automatische Löschung nach Analyseschritt.
3. Qualitätssicherung der Uploads
Technische Prüfung hochgeladener Dokumente auf Inhalt, Lesbarkeit und korrekte Typisierung.
Rückmeldemechanismen an die hochladenden Systeme/Einrichtungen.
Die ePA leidet bereits jetzt unter fehlender Suchfunktion, mangelnder Strukturierung und unzureichenden Validierungsmechanismen. Ohne zeitnahe Verbesserungen entsteht eine unübersichtliche Datenmenge, die im klinischen Alltag kaum nutzbar ist. Leistungserbringer brauchen funktionale Werkzeuge zur lokalen Analyse und eine verbindliche Dokumentenklassifikation, bevor die ePA zum unkontrollierbaren Datenarchiv wird.
Mein Wunsch an Zollsoft ist uns im Hintergrund die gesamte Akte zu extrahieren
Arztbriefe sollten parallel mit dem Versand oder Ausdruck – es gibt tatsächlich noch eine beträchtliche Zahl an Kollegen die keine KIM Adresse haben und weiterhin faxen - in die ePA geladen werden. Das sollte vollautomatisch im Hintergrund geschehen bis hin zum Setzen der Abrechnungsziffer, es ist ja klar dass man die abrechnen will, da braucht es keine extra Klicks zum Bestätigen.