Stellt euch vor: Nachdem ich brav und fleißig meine Meldeformulare an die KV getackert habe, stand heute plötzlich der Leiter der TI-Abteilung bei mir in der Praxis – persönlich, in Fleisch und Blut. (Ich hatte schon kurz die Hoffnung, er bringt mir einen funktionierenden Konnektor als Gastgeschenk mit – aber nein, er wollte nur live erleben, wie das Ding wieder mal abraucht. Spoiler: Hat er bekommen!)
Und siehe da: Auch er meinte, die ständigen Ausfälle seien "suboptimal" – ärztlich gesprochen also nicht akzeptabel. Offenbar hat mein Meldebogen eine Art Expresskarriere hingelegt und gleich mehrere KVen in kürzester Zeit erreicht. Ergebnis: Nur ein paar Tage später verschickt die KBV einen Brandbrief an die gematik.
Die offizielle Ansage lautet: bitte weiter fleißig melden! Es reicht nicht, dass „die da oben“ wissen, dass es Ausfälle gibt – nein, jeder einzelne Ausfall muss dokumentiert werden. (Kleine Erinnerung am Rande: Wer Lust hat, kann das Ganze in weniger als einer Minute erledigen – schneller als ein Rezept ausdrucken. Und mit deutlich mehr Wirkung.)
Natürlich entsteht uns dabei auch Schaden: Wir werden ständig ausgebremst, die Arbeit stockt, Patienten warten, die Nerven liegen blank. Zeit, jedes Mal einen Roman zu schreiben, hat aber keiner. Deshalb: Meldebogen = Lebensretter.
Mein persönliches Highlight: Die gematik hat es inzwischen geschafft, der Deutschen Bahn den ersten Platz im „Pünktlichkeitsversagen“ abzujagen. Wenn das keine Meisterleistung ist!
Und mal ehrlich: Es kann doch nicht sein, dass die gematik ohne jede Entschädigung aus der Verantwortung spaziert, während wir Ärzte unter Androhung von Honorarkürzungen gezwungen werden, ein halbfertiges Produkt einzusetzen.
Fazit: Wir melden weiter, bis die Leitung bei der gematik so heißläuft wie unsere Konnektoren.