Guten Tag,
ich habe in meiner Praxis seit 1,5 Monaten Tomedo, bin eigentlich unter dem Strich recht zufrieden, aber es gibt ein Problem, welches wir bisher nicht wirklich lösen konnten:
Laborwerte werden in Tomedo nicht am Tag der Blutabnahme, sondern an dem Tag an dem der Laborauftrag angelegt wurde im System gespeichert. D.h. Beispielhaft:
ein Patient kommt zu mir am 23.7. in die Sprechstunde. Ich beschließe er braucht ein elektives Labor, ich klicke in Tomedo auf das Icon für die Laboranbindung, es wird im Browser ein Fenster eines Webinterfaces unseres Laboranbieters (Labor Schottdorf / Starnet) geöffnet und ich klicke dort alle gewünschten Laborwerte an, gebe das Datum der geplanten Abnahme ein l und speichere den Auftrag). Nun kommt der Patient am 30.7. und das Blut wird abgenommen, der vorbereitete Auftrag wird geöffnet und an das Labor abgeschckt, Barcodes werden gedruckt und das Blut geht ans Labor. Am nächsten Tag laden wir die Daten per Datenfernübertragung auf unser System. Nun ordnet Tomedo die Labordaten (Obwohl in den "Rohdaten" der Datenfernübertragung als Abnahmetag der 30.7. steht) dem Auftrag vom 23.7. zu.
Dies führt wie man sich vorstellen kann zu diversen organisatorischen und auch teils medizinischen Problemen, weswegen der aktuelle Zustand völlig unhaltbar ist.
Das Labor hat sich intensiv mit dem Problem auseinander gesetzt und u.a. die übermittelten "Rohdaten" angeguckt - > dort liegt der Fehler nicht. Unser IT-Dienstleister hat das PRoblem nicht lösen können und hatte wohl Kontakt mit dem Tomedo Support. Dort habe man ihm gesagt das sei kein Fehler, sondern ein gewolltes Verhalten der Tomedo Software, da die KVB keine Vorbereitung von Laboraufträgen wünscht un daher die Softwarehäuser dazu gehalten sind dies zu "unterbinden". Als Lösungsvorschlag wurde gemacht die Aufträge am Tag der Abnahme einzugeben. Das ist aber für uns recht unpraktikabel. Erstens nehmen wir oft ab 7 Uhr Morgens Blut ab (da bin ich noch gar nicht in der Praxis), 2. ist es insbesondere morgens früh oft sehr wuselig im Labor, dort noch die ganzen Aufträge einzugeben erscheint wenig praktikabel (jetzt machen wir diese Arbeit oft in der Mittagspause, oder abends wenn der letzte Patient weg ist). Der IT-Dienstleister hat vorgeschlagen, dass die IT-Abteilung des Labors ein Programm schreibt, welches automatisch das Datum unserer Laboranforderung auf das Datum der Blutabnahme setzt. Dazu war das Labor (verständlicher Weise) aber nicht bereit. Meine Fragen sind nun:
a) Wie handhaben andere Praxen das Problem? Gibt es Praxen die die Aufträge auch vorbereiten? Tritt dieses Verhalten auch bei Ihnen auf? Wenn ja, haben sie eine Lösung gefunden?
b) Falls Sie die Aufträge erst am Tag der Abnahme eingeben: wie ist ihr Workflow? Der Arzt schreibt die gewünschten Werte in die als Text in die Akte Akte und die MFA überträgt sie von dort in die Laboranforderung?
c) @Tomedo: Falls jemand aus dem Tomedo-Team mitließt: stimmt es, dass es sich bei dem Verhalten wirklich um ein gewünschtes Verhalten der Software handelt? Ich verstehe warum man Dinge wie "Vordatieren von Dokumenten" unterbindet, aber das Vorbereiten eines Laborzettels erscheint mir eigentlich sehr uproblematisch. Wenn es wirklich so gewünscht ist, fällt Ihnen ein "Workaround" ein?
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. Vielen Dank schonmal für die Hilfe
Björn Büngeler (hausärztlich tätiger Internist)