Ab Oktober sind wir gesetzlich verpflichtet, Befundberichte in die elektronische Patientenakte (ePA) zu übertragen. Während Hausärzte davon weniger betroffen sind, weil die selten Befundbericht verfassen, gilt für Fachärzte grundsätzlich eine Berichtspflicht.
Ich habe mir inzwischen angewöhnt, jeden relevanten Befund – sofern er wirklich sinnvolle Informationen enthält – direkt in die ePA hochzuladen. Dabei stößt man aber schnell an praktische Grenzen: Es gibt 15 verschiedene Dokumentenklassen und unzählige Dokumententypen – das ist im Alltag ziemlich unübersichtlich.
Was ich mir wünschen würde:
Eine Art automatische Aktionskette, die jeden erstellten Arztbrief direkt in die ePA lädt – mit voreingestellter Dokumentenklasse „Befundbericht“ und Dokumententyp „Arztbrief“.
Auch bei KIM-Briefen sollte beim Versand gefragt werden, ob der Brief zusätzlich in die ePA hochgeladen werden soll. Für häufige Standardfälle wie Medikationsplan (BMP), Labor oder Impfungen wären ebenfalls solche Automatismen sinnvoll.
In der Klinik lädt z. B. das RIS jeden Befund automatisch in die ePA. Allerdings wird mir in der ePA nur angezeigt, dass etwas hochgeladen wurde – Inhalte lassen sich bislang nicht öffnen oder sind leer. Das scheint eher ein Klinikproblem bzw. Kinderkrankheit zu sein – betrifft Tomedo so weit ich sehe (noch) nicht.
Solche Automatismen würden im Praxisalltag enorm helfen.
Langfristig sehe ich aber ein anderes Problem: Wenn die ePA mit zig Dokumenten voll ist – wie behält man da den Überblick? Gibt es schon Ideen oder Tools, mit denen sich Inhalte z. B. per Algorithmus strukturieren und gezielt in die Patientenakte übernehmen lassen?
Ich hatte kürzlich einen ePA-Datensatz der DAK mit über 130 Seiten. Eine echte Zumutung in der Sprechstunde. Und obendrein: viele Widersprüche, veraltete Infos und teils schlicht falsche Angaben.