Ich hole das Thema noch mal hoch.
Als Neurologen haben auch wir oft psychiatrische Diagnosen und die hier geschilderte Problematik. Auch wir klären seit 1.10. alle Patienten schriftlich über ihr Widerspruchsrecht auf und fragen deren Präferenz ab. Die Entscheidung der Patienten dokumentieren wir anschließend in der Kartei und mittels Marker. Das ist jedoch ein aus der Not gestrickter Workaround, weil eine saubere systemseitige Abbildung anders nicht wirklich möglich war.
Das es mit v1.161.0.13 nun eine separate Seite "ePA & Datenschutz" gibt, wo die Themen gebündelt abgefasst sind, finden wir gut.
Aus unserer Sicht ist die von den Kollegen beschriebene Thematik so aber noch nicht richtig zu Ende gedacht.
Warum?
Die nun bereitgestellte Seite "ePA & Datenschutz" führt ein Häkchen für ePA ein. Mit Update wurde allerdings für alle Patienten der Haken gesetzt. Ergo, niemand hat widersprochen. Das ergibt insoweit Sinn, da der Gesetzgeber dies ja ausdrücklich so festgelegt hat. Mit Blick auf die hier lange und hinreichend bekannten, gesonderten Anforderungen jedoch keine gute Lösung.
So muss doch klar sein, seit 1.10. hat jeder dieser Kollegen, so auch wir, den ein oder anderen Widerspruch, welcher auch irgendwie dokumentiert sein dürfte. Sei es nun mit Markern oder anders.
Das oben praktizierte Vorgehen führt nun aber zur Situation, bei der das neu eingeführte ePA-Flag unter "ePA & Datenschutz" ePA = Ja sagt, trotzdessen ein Patient uns gegenüber dem ePA-Upload evtl. vor zwei Wochen bereits widersprochen hat.
Das führte gestern zu ganz erheblichen Irritationen beim Personal und Mehr-Augen-Prinzip bei jedem Patienten.
Nun für mehrere hundert Patienten den Haken aktiv entfernen, damit man wieder einen validen und konsistenten Datenbestand hat, kann man machen, ist aber unsexy. Das in den Einstellungen angebotene Tool unter "Datenschutz" zur Bulk-Anderung berücksichtigt das ePA-Flag leider nicht. Zentral in den Einstellungen abhaken ist offenbar auch nicht vorgesehen.
Daher die Frage:
Wie dokumentiert der Vertreter eines Fachgebiets mit hochsensiblen Diagnosen nun - ohne Kollisionsgefahr mit den nun eingeführten Feldern - den praxisindividuellen Widerspruch des Patienten?
Die Frage habe ich beim Support bereits vor ca. 6 Wochen platziert, jedoch leider noch keinerlei qualifizierte Rückmeldung.
Wie ich das neue ePA-Feld mittels Kommando ansteuern kann, ist zumindest unklar. Vielleicht ist das nicht vorgesehen. Jedoch wird es aus oben genannten Gründen doch unzweifelhaft benötigt. Oder geht es noch anders besser? Man weiß es nicht. Dazu finde ich jedoch keinerlei Dokumentation. Auch der Support konnte mir dazu heute nichts sagen.
Der Wunsch:
Falls ein Patient in unserem Aufklärungsbogen (CustomFormular und/oder Patientenformular) dem ePA-Upload widerspricht, möchte ich direkt das ePA-Häkchen entfernen lassen und dies auch mittels Karteieintrag entsprechend dokumentieren. Im Anschluss kann ich mir dann von mir aus noch einen Marker bauen, damit die Ärztinnen das direkt sehen.
Falls man das alles noch besser machen kann, bin ich gerne für Vorschläge offen. Nur kommen leider keine.
Selbst helfen geht auch nicht, weil sich die die nun eingeführten Felder mangels Kommando nicht direkt ansteuern lassen.